October 1, 2022
Wimbledon: Warum Tennisspieler auf dem heiligen Rasen immer nur Weiß tragen

Wimbledon ist das wahrscheinlich berühmteste Grand-Slam-Turnier der Welt. Doch warum ist die Veranstaltung so ikonisch? Liegt es an der Eleganz der Gastgeber, dem schöne Rasen, den berühmten Erdbeeren mit Sahne, oder vielleicht sogar an der strengen Kleiderordnung für Tennisspieler? Eins steht auf jeden Fall fest, auf dem heiligen Rasen von Wimbledon heißt es: Bitte nur in Weiß! 

Wie entstand der weiße Wimbledon Dresscode?

Der Ursprung der Regel führt bis in das Jahr 1877 zurück. Bereits bei dem ersten Tennisturnier des All England Lawn Tennis and Croquet Club bestand der Gastgeber auf weiße Kleidung. (Lesen Sie auch: Wimbledon: Das war das längste Tennisspiel der Tennisgeschichte)

Luxus, Eleganz, Aristokratie und Schweißgeruch passen nicht zusammen, daher mussten die Veranstalter eine Lösung für den Umgang mit dem unsittlichen Schweiß der Teilnehmer finden. Ein Dorn im Auge des Elite-Clubs? Bunte Sportbekleidung – denn Schweißflecken fallen hier besonders auf.

So entstand die Idee, alle Spieler zu verpflichten, während des Turniers weiße Kleidung zu tragen. Weiß ist schließlich die Farbe schlechthin, um Schweißflecken zu kaschieren. Im Laufe der Zeit wurde diese Marotte zur echten Begeisterung. Heute, nach unzählig vielen Änderungen und Verschärfungen ist ein Regelwerk entstanden, dass es sogar auf der offiziellen Website des Turniers zu lesen gibt.

Wimbledon: Eine Regel, zehn Punkte

  1. Die Teilnehmer müssen (fast) vollständig weiß gekleidet sein.
  2. Weiß schließt Wollweiß und Cremefarben aus.
  3. Es dürfen keine Muster auf der Kleidung sein. Eine einfarbige Umrandung des Halsausschnitts und der Ärmelmanschette ist zulässig, darf aber nicht breiter als ein Zentimeter (10 mm) sein.
  4. Die in den Mustern enthaltene Farbe gilt als feste Farbmasse und sollte innerhalb des Richtwerts von einem Zentimeter (10 mm) liegen. Ausgefallene Logos oder besondere Motive sind nicht erlaubt.
  5. Die Rückseite eines Hemdes, Kleides, Trainingsanzugs oder Pullovers muss vollständig weiß sein.
  6. Kurze Hosen, Röcke und Trainingshosen müssen komplett weiß sein, mit Ausnahme eines einzigen farbigen Streifens entlang der äußeren Naht, der nicht breiter als ein Zentimeter (10 mm) sein darf.
  7. Caps, Stirnbänder, Schweißbänder und Socken müssen vollständig weiß sein, mit Ausnahme eines einzelnen farbigen Randes, der nicht breiter als ein Zentimeter (10 mm) sein darf.
  8. Schuhe müssen fast vollständig weiß sein. Sohlen und Schnürsenkel müssen vollständig weiß sein. Logos von großen Herstellern werden nicht empfohlen. Tennisschuhe müssen den Grand-Slam-Regeln entsprechen. Insbesondere sind Schuhe mit Noppen an den Zehen nicht erlaubt.
  9. Die gesamte Unterwäsche, die während eines Spiels sichtbar sein kann (auch durch Perspiration), muss komplett weiß sein, mit Ausnahme eines einzelnen farbigen Randes, der nicht breiter als ein Zentimeter (10 mm) sein darf. Die üblichen Anstandsregeln sind darüber hinaus stets zu beachten.
  10. Medizinische Hilfsmittel und Ausrüstungen sollten vorzugsweise weiß sein, können aber auch farbig sein, wenn dies unbedingt erforderlich ist. In den Trainingslagern im Aorangi Park gilt eine gelockerte Kleiderordnung.

Wimbledon: Was passiert, wenn Spieler den Dresscode ablehnen? 

Im Jahr 2009 erschien Roger Federer in einem weißen Sweatshirt mit goldenen Motiven auf dem Platz. Seine Tennistasche war ebenfalls weiß, doch auch darauf war das berühmte Nike Logo in Gold zu sehen. Vier Jahre später, kam der Schweizer dann zwar mit regelkonformen weißen Tennisschuhe auf den Platz, diese hatten allerdings eine orangefarbenen Sohlen – Feder erhielt eine Geldstrafe. 

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