October 1, 2022
Wie Wework-Gründer Adam Neumann aus dem Club der Milliardäre flog – und nun wieder Teil davon ist

Adam Neumann zählt wieder zum Club der Milliardäre. So hat der Wework-Gründer sein Vermögen in den vergangenen Jahren ausgegeben und investiert.

Adam Neumann und seine Frau Rebekah Neumann.

Adam Neumann und seine Frau Rebekah Neumann.

Taylor Hill / Getty Images

Im April 2020 verlor Adam Neumann seinen Milliardärsstatus. Mit einem Nettovermögen, das laut Forbes 1,4 Milliarden US-Dollar beträgt, ist er nun allerdings wieder Teil des inoffiziellen Clubs der Superreichen.

Und das kam so: Der Mitbegründer und ehemaliger CEO von Wework erhielt eine Investition in Höhe von 350 Millionen US-Dollar (circa 347 Millionen Euro) von Andreessen Horowitz für sein neues Mietwohnungs-Startup Flow  – die größte Einzelinvestition der Tech-Venture-Capital-Firma aller Zeiten.

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Einst war Neumann bis zu 14 Milliarden Dollar (rund 13,9 Milliarden Euro) wert. Dann kam der gescheiterte Börsengang von Wework und sein anschließendes Ausscheiden aus dem Unternehmen. Im Jahr 2020 schätzte Forbes das Nettovermögen von Neumann auf etwas mehr als 750 Millionen Dollar (knapp 743 Millionen Euro), Bloomberg sogar auf nur noch auf 450 Millionen Dollar (circa 445,8 Millionen Euro). Innerhalb von zehn Jahren wurde Neumann also erst Millionär, dann Milliardär – und verlor schließlich den größten Teil seines Vermögens wieder.

Von Stramplern zu Office-Spaces

Bereits vor Wework gründete Neumann ein Startup namens Krawlers, ein Unternehmen, das Babykleidung mit Knieschützern verkaufte. „Damals war ich fehlgeleitet und habe meine Energie an die falschen Stellen gesteckt“, erzählte Neumann Business Insider im Jahr 2016.

Nachdem Neumann seine Frau Rebekah kennengelernt hatte, lebten sie in einem Studio im East Village, einer „Wohnung, die kleiner ist als dieses Büro“, so Neumann zu Business Insider. Im Jahr 2010 gründete das Paar dann zusammen mit Miguel McKelvey das Coworking-Space-Unternehmen Wework.

Innerhalb von neun Jahren stieg der Wert von Wework auf 47 Milliarden Dollar (circa 46,6 Milliarden Euro) an. Das Unternehmen war eine Tochter der We Company, zu der auch die Firmen Co-Living Venture, WeLive und WeGrow gehören. Letztere bezeichnete sich als „Schule für bewusste Unternehmer“. Im Herbst 2019 sollte dort Schluss sein, 2020 berichtete Forbes allerdings, dass Rebekah die Rechte am Lehrplan von WeGrow zurückgekauft hätte und Pläne schmieden würde, die Schule neu zu eröffnen.

Adam Neumann (rechts) und sein Mitgründer Miguel McKelvey (links).

Adam Neumann (rechts) und sein Mitgründer Miguel McKelvey (links).

Scott Legato / Getty Images

Nachdem Wework im Jahr 2019 den Börsengang beantragt hatte, wurde die Firma von Investoren und Medien intensiv geprüft. Es gab Bedenken hinsichtlich dessen, wie Wework plante die Rentabilität zu erreichen – und auch, was das Verhalten des Chefs Adam Neumann anging.

Die Prüfung endete schließlich damit, dass Wework seinen Börsengang am 16. September verzögerte und Neumann am 24. September als CEO zurücktrat. Nach der Fusion mit BowX Acquisition Corp. ging Wework dann im Jahr 2021 doch noch an die Börse.

Private Investments in Immobilien

Während er Wework leitete, gaben Neumann und seine Frau mehr als 80 Millionen US-Dollar für den Kauf von mindestens fünf Häusern aus. Einige davon sollen sich in der Gegend von New York City befinden, eines in den Hamptons und eines für 21 Millionen Dollar (circa 20,8 Millionen Euro) in der San Francisco Bay Area. Heute gehört den Neumanns kaum eines dieser Häuser mehr.

Das Haus in den Hamptons kauften Neumann und seine Frau im Jahr 2012. Sie sollen dafür 1,7 Millionen Dollar (rund 1,68 Millionen Euro) bezahlt haben. Im Februar 2020 haben sie das Anwesen für 1,25 Millionen Dollar an eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung verkauft, berichtete Mansion Global. Der Verkauf war eine Off-Market-Transaktion, was bedeutet, dass das Haus nie öffentlich gelistet war.

Im Jahr 2016 erwarb Neumann ein landwirtschaftliches Anwesen in Westchester, New York, zu dem ein Pferdestall, ein Tennisplatz und ein Pool gehören. Die sogenannte Linden-Farm in Pound Ridge ist über 60 Hektar groß. Dazu gehört auch ein mehr als 1.272 Quadratmeter großes Haus mit acht Schlafzimmern und acht Badezimmern, ein Reitplatz, ein Wasserfall sowie rund 4.500 Hektar geschütztes Land in der Umgebung. Das Anwesen wurde damals für 22 Millionen Dollar (circa 21,8 Millionen Euro) gelistet.

Erst zwei Jahre zuvor hatte Neumann eine Immobilie im New Yorker Stadtteil Greenwich Village für 10,5 Millionen Dollar (knapp 10,4 Millionen Euro) erworben. Das Stadthaus mit sechs Schlafzimmern wurde im Jahr 1847 erbaut und verfügt über Holzkamine und einen privaten Garten hinter dem Haus. Er verkaufte es im Jahr 2021 für 13,65 Millionen Dollar (circa 13,53 Millionen Euro).

Noam Galai / Getty Images

Im Jahr 2017 kaufte Neumann vier Einheiten in einem Stadthaus im Gramercy Park für insgesamt 34,7 Millionen Dollar (rund 34,42 Millionen Euro). Darunter befanden sich zwei Einheiten im ersten Stock für 7,2 Millionen Dollar (7,14 Millionen Euro), eine Einheit im fünften Stock für 9,5 Millionen Dollar (9,42 Millionen Euro) und ein Duplex-Penthouse für 18 Millionen Dollar (17,85 Millionen Euro). Im Februar 2020 wurde die dreistöckige Penthouse-Suite und die Maisonette-Wohnung im ersten Stock für 37,5 Millionen Dollar (circa 37,2 Millionen Euro) zum Verkauf angeboten. Laut der Auflistung von Compass befindet sich die Einheit derzeit allerdings „temporär nicht auf dem Markt“.

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Auch das 13.000 Quadratmeter große Haus in der San Francisco Bay Area hat Neumann inzwischen für 22,4 Millionen Dollar (22,21 Millionen Euro) verkauft. Wie Gillian Tan für Bloomberg berichtete, habe Neumann das Haus im Jahr 2018 für 21,4 Millionen Dollar (circa 21,22 Millionen Euro) gekauft. Nachdem er und seine Familie nach Israel gezogen waren, wurde die Immobilie für 27,5 Millionen Dollar gelistet.

Neben Immobilien investierte Neumann auch in andere Startups

In einem Interview mit der „Financial Times“ sagte Neumann, er habe über seinen Familienfonds in 49 Unternehmen investiert. Im Namen von Wework investierte er unter anderem in das Wave-Pool-Startup WaveGarden und das Superfood-Startup des „Big-Wave“-Surfers Laird Hamilton, das Produkte wie sogenannte „Performance-Pilze“, mit Rüben und Kurkuma angereichertes Kokosnusswasser und stark koffeinhaltigen Kaffee verkauft.

Eine Quelle sagte dem „Wall Street Journal“, dass Neumann zudem mehr als 100 Millionen Dollar (circa 99,27 Millionen Euro) für wohltätige Zwecke ausgegeben habe, nannte die Empfänger der Spenden jedoch nicht.

Nachdem Neumann Wework verlassen hatte, plante der größte Investor des Unternehmens, SoftBank, Wework-Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar (knapp 2,98 Milliarden Euro) von anderen Investoren und Mitarbeitern zu kaufen, um das Coworking-Unternehmen zu retten.

Davon sollten 970 Millionen Dollar (962,84 Millionen Euro) genutzt werden, um Aktien von Neumann zurückzukaufen. Als sich Softbank jedoch aus dem Deal zurückzog, wurde dem ehemaligen CEO ein größerer Anteil an Wework-Aktien hinterlassen, die laut Bloomberg wahrscheinlich viel weniger wert sind, als Softbank angenommen hatte.

In einem Interview mit Andrew Ross Sorkin im Jahr 2021 sagte Neumann, er habe das Unternehmen in Wahrheit mit 180 Millionen Dollar (178,69 Millionen Euro) von Softbank verlassen.

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Dieser Text wurde von Anika Faber aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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