September 24, 2022
Warum Stress laut Studien ansteckend sein kann – und was dagegen hilft

Aber auch relativ fremde Menschen können Stress übertragen. „Oft genügt es bereits, wenn wir andere Menschen beispielsweise in einer TV-Serie in einer angespannten Situation erleben, um darauf mit einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol zu reagieren“, sagt der Experte. (Lesen Sie auch: 20-5-3-Regel: Dieses Prinzip hilft gegen Stress und Burnout)

Stress setzt Energie frei

Wenn wir unter Stress stehen, laufen im Körper bestimmte Mechanismen ab. Sie dienten ursprünglich einmal dazu, Energie für den Kampf oder für die Flucht freizusetzen. „Diese Mechanismen dienten ursprünglich dazu, den Körper für lebensbedrohliche Situationen zu wappnen“, sagt Hagemann.

Auch wenn es heute nur selten lebensbedrohliche Situationen sind, durch die wir uns gestresst fühlen – die Mechanismen sind noch immer dieselben: Auch heute noch schüttet der Körper in herausfordernden Lebenslagen Stresshormone aus – vor allem Adrenalin und Cortisol. (Auch interessant: Stress abbauen: 3 Experten-Tipps, die wirklich helfen)

Dauerhafter Stress ist ein Problem

Diese Hormone führen dazu, dass sich die Muskulatur anspannt und Atmung und Puls sich beschleunigen. Blutzucker und Blutdruck steigen an. Die unmittelbare Wirkung des Adrenalins hält aber nur für wenige Minuten an. Danach erholt der Körper sich wieder und fährt die Systeme zurück.

Stärker auf die Gesundheit wirkt sich hingegen chronischer Stress aus, bei dem die Erholungsphasen fehlen oder schlicht nicht ausreichen. „Bei dauerhaftem Stress tritt die langfristige Wirkung des Cortisols in den Vordergrund“, sagt der Experte. „Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Anforderungen permanent zu hoch sind und wir befürchten, diesen nicht gerecht werden zu können.“ (Auch lesenswert: Stress vermeiden: Die besten Tipps von Jeff Bezos, Elon Musk und & Co.)

Chronischer Stress führt zu Bauchfett

Dabei wird der Körper überlastet und läuft im Grunde ständig auf Hochtouren. Außerdem wirken sich eine dauerhaft hohe Ausschüttung von Cortisol und Adrenalin auf andere Hormonsysteme im Körper aus: So hemmen sie etwa die Produktion der Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen. Das kann bei Männern etwa zu Müdigkeit, Erschöpfung und sexueller Unlust führen.

Außerdem wirken sich dauerhaft hohe Cortisolspiegel auch auf das Immunsystem aus. Die Abwehr des Körpers funktioniert nicht mehr so gut, dadurch bekommt man leichter Infekte und Wunden heilen schlechter. Darüber hinaus führt Cortisol dazu, dass der Körper mehr Bauchfett einlagert, was eine ungünstige Wirkung auf den Stoffwechsel hat. (Lesen Sie auch: Stress vermeiden: Mit diesen Tipps vom Stress-Experten klappt’s)

Wieder mehr Abstand gewinnen

Die Studien zeigen Hagemann zufolge, dass das Gehirn auf den Stress anderer Menschen ebenso reagiert wie auf selbst erlebten. Er rät deshalb dazu, in stressigen Situationen nach Möglichkeit etwas Abstand zu gewinnen. Hilfreich sei es, dafür die Vogelperspektive einzunehmen: Ist die Situation wirklich so brenzlig? Bin ich selbst betroffen? Was kann schlimmstenfalls passieren?

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