September 26, 2022
Vor US-Zwischenwahlen: Twitter führt Regeln für Fehlinformationen ein

Der Kurznachrichtendienst Twitter wird Funktionen wiederbeleben, um genaue Informationen über die US-Zwischenwahlen im November zu fördern und gegen falsche und irreführende Beiträge vorzugehen. Das teilte das Unternehmen in einem Blogbeitrag am Donnerstag mit.

Bürgerrechtsorganisationen und Medienexperten werfen sozialen Medien und Tech-Plattformen seit geraumer Zeit vor, nicht genug zu tun, um die Verbreitung von Fehlinformationen zu verhindern. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wird Twitter wird seine 2018 eingeführte Politik der zur Verhinderung von Falschinformationen auf die Zwischenwahlen am 8. November anwenden. Bei den Midterms stehen alle 435 Sitze im US-Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel der 100 Sitze im US-Senat zur Abstimmung. Die regierenden Demokraten könnten dabei ihre Mehrheit in beiden Häusern verlieren.

Die Richtlinie verbietet es Nutzern, irreführende Inhalte zu posten, die Menschen von der Stimmabgabe abhalten sollen, sowie Behauptungen, die das öffentliche Vertrauen in eine Wahl untergraben sollen, einschließlich falscher Informationen über den Wahlausgang. Zudem werden die Accounts von Kandidaten als solche gekennzeichnet, um sie so deutlicher von Fälschungen abzugrenzen.

Twitter hat Donald Trump im vergangenen Jahr verbannt, nachdem er Sympathie für seine Anhänger bekundet hatte, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten. In den Wochen davor hatte Trump die Stimmung mit nicht begründeten Behauptungen angeheizt, ihm sei ein Wahlsieg gegen Joe Biden durch Betrug gestohlen worden. Die Präsidentschaftswahlen hatten Twitter kräftig wachsen lassen. Trotz des Rauswurfs von Trump übertraf das in San Francisco ansässige Unternehmen seine eigenen Umsatzerwartungen.

Twitter, das den Milliardär Elon Musk verklagt hat 3575468, um dessen 44-Milliarden-Dollar-Vereinbarung zur Übernahme des Unternehmens abzuschließen, teilte laut Reuters mit, es habe Tests durchgeführt, um zu verhindern, dass irreführende Tweets anderen Nutzern über Benachrichtigungen empfohlen werden. Die Tests führten zu 1,6 Millionen weniger Aufrufen von irreführenden Informationen pro Monat, so Twitter.

Erst im Mai hatte Twitter Richtlinien zu Desinformation in Krisenzeiten geschaffen und damit vor allem auf Desinformationen im Ukraine-Krieg abgezielt. Zuvor hatte das Unternehmen bereits die Konten der russischen Regierung eingeschränkt, darunter auch die Accounts des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die insgesamt über 300 betroffenen Konten wurden nicht gesperrt, sondern bei Twitter nicht mehr empfohlen oder hervorgehoben, sodass die Reichweite deutlich eingeschränkt wird.

Zur Warnung vor Falsch- und Misinformation hat Twitter darüber hinaus im Vorjahr das Projekt Birdwatch aufgesetzt. Dabei annotieren 10.000 ehrenamtliche Faktenprüfer fragwürdige Tweets populärer Nutzer. Seit Anfang März bekommt eine kleine Gruppe zufällig ausgewählter US-Nutzer die Birdwatch-Hinweise direkt bei den als irreführend eingeschätzten Tweets zu sehen.

(akn)

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