September 25, 2022
TechStage | Techstage Top 10: Die besten Handys bis 100 – Wiko, ZTE und Motorola vor Xiaomi

Billig soll es sein und dennoch möglichst viel können? Wir erklären, was Smartphones bis 100 Euro bieten – und was nicht.













































































Eines sollte klar sein, wenn man ein Handy für weniger als 100 Euro sucht: Nur selten ist die Hard- oder Software übermäßig aktuell und/oder stark. Dennoch gibt es heute Modelle, die alle wesentlichen Funktionen eines Smartphones bieten und sich halbwegs ordentlich bedienen lassen, ohne dass das Gerät nach wenigen Tagen frustriert in den Müll wandert. Wir zeigen, was Nutzer beachten sollten.



















































Auch günstige Smartphones benötigen ein vernünftiges Betriebssystem. Möglich macht das bei vielen Smartphones der untersten Preisklasse Android Go, das speziell für sehr einfache Hardware entwickelt wurde. So laufen Go-Versionen von Android schon mit 512 MByte RAM, auch wenn dann oft nur speziell abgespeckte Apps ordentlich funktionieren. Die können Nutzer aber meist gegen die normalen Versionen aus dem Play Store austauschen – auch wenn es dann gerade bei wenig Arbeitsspeicher und meist schwachen Prozessoren in der Regel keine flüssige Bedienung gibt. Normalerweise sind aber die Go-Varianten bekannter Apps brauchbar.






















Für Updates müssen die Chip-Hersteller den Smartphone-Produzenten Geräte und Google-Code zur Verfügung stellen. Während Qualcomm das noch recht zuverlässig tut, sieht es bei günstigeren Anbietern oft anders aus. Daher ist bei besonders günstigen Smartphones normalerweise nicht mit Versions-Upgrades von Android zu rechnen. Das ist besonders schade, da manche Smartphones unter 100 Euro noch mit Android 10 (oder älter) ausgeliefert werden. Updates auf Android 11 sind normalerweise nicht zu erwarten, doch es gibt immer mehr Ausnahmen. Entsprechend ist sogar Android 11 für unter 100 Euro zu haben. Da wir uns auf aktuelle Modelle ab mindestens 2021 konzentriert haben, bietet der Großteil Android 11 (oder höher) an.



















































Es wurde bereits angedeutet: Günstige Smartphones bieten oftmals nur eine geringe Speicherausstattung. Das betrifft den Arbeitsspeicher, dessen geringe Größe zumindest in einigen Bereichen durch Android Go ausgeglichen wird, aber auch den Massenspeicher. So haben besonders günstige Modelle nur 8 GByte internen Speicher, den Nutzer zum Glück in den meisten Fällen per Micro-SD-Speicherkarte erweitern können. Somit stellt zwar zumindest der Speicherplatz kein großes Problem dar, wir empfehlen aber dennoch Modelle mit mindestens 16 GByte internem Speicher und 2 GByte RAM – beides ist bis 100 Euro auch in aktuellen Modellen gut zu bekommen. In unserer aktuellen Top 10 haben sogar die meisten Modelle 32 GByte internen Speicher.



















































Chipsätze in der unteren Preiskategorie kommen meistens mit wenig CPU-Kernen und schwacher Grafikeinheit daher. Während bei höherpreisigen Modellen längst Octa-Cores normal sind, nutzen Smartphones bis 100 Euro bisweilen immer noch Quad-Cores. Zwar bedeuten mehr Prozessorkerne nicht zwingend mehr Leistung, tendenziell ist das bei Smartphones so – auch bei günstigen Chips. Auch stammen die Prozessoren überwiegend nicht von Markenherstellern wie Qualcomm, sondern von günstigeren Anbietern wie Mediatek oder Unisoc (ehemals Spreadtrum). Das bringt bisweilen Nachteile beim Stromverbrauch und bei der Update-Fähigkeit des Betriebssystems mit sich. Wir haben in die aktuelle Top 10 überwiegend Modelle mit acht Kernen aufgenommen.



















































Günstige Smartphones haben günstige Displays. Was wie eine Binsenweisheit klingt, macht sich nicht nur durch niedrige Auflösung und oft auch eine kleinere Diagonale bemerkbar, sondern auch bei Helligkeit, Farbwiedergabe und Blickwinkelabhängigkeit. Doch auch hier gilt: Der Markt wandelt sich, bisweilen sind sogar Modelle mit FHD+-Auflösung für unter 100 Euro zu haben. Wir empfehlen eine Auflösung von wenigstens 720p (1280 × 720 Pixel oder höher). OLED gibt es für diesen Preis aber nicht und FHD+ nur bei älteren Modellen.





























Die Display-Auflösung liegt bei Smartphones unter 100 Euro meist bei 720p oder darunter. Niedriger als 720p muss aber nicht mehr sein.



















































Auch erschwingliche Smartphones haben Kameras – die sind aber eher schön auf dem Datenblatt anzuschauen, als für gute Fotos zu gebrauchen. Megapixel, Anzahl der Kameras, Pixel-Größe, Blende – all das sind Punkte, an denen Hersteller von Smartphones für unter 100 Euro kräftig sparen. Selbst bei Tageslicht ist daher nur mäßige Bildqualität zu erwarten. Kameras sollten entsprechend kein Kaufkriterium bei günstigen Smartphones sein – auch wenn die Hersteller selbst in diesem Preisbereich mit Triple-Cams werben. Dabei handelt es sich aber meist um einen zusätzlichen Makro- und Tiefensensor, selten um eine Weitwinkellinse als Beiwerk zur Hauptlinse – im Alltag sind Kameras bei so günstigen Smartphones meist zu vernachlässigen.



















































Früher hatten besonders die günstigen Smartphones beim Thema Akku im Vergleich zu deutlich teureren Modellen sogar einen Vorteil. Denn oftmals ließen sich die Powerpacks mit wenigen Handgriffen austauschen. Inzwischen haben auch günstige Smartphones längst den Wandel hin zu fest eingebauten Akkus vollzogen, wechselbar sind sie nur noch in seltenen Fällen. Kabelloses Aufladen gibt es bis 100 Euro nicht.





























Der Akku ist selbst bei günstigen Modellen heute kaum noch ohne Werkzeug austauschbar



















































Selbst günstige Smartphones bieten heute vieles von dem, was auch Modelle für 1000 Euro können – nur größtenteils in stark abgespeckter Form. So verbinden sich auch Smartphones für 50 Euro mit dem WLAN, funken aber überwiegend nicht mit 5 GHz, sondern nur mit 2,4 GHz und sind deutlich langsamer dabei. Wifi-6 gibt es bis 100 Euro aktuell gar nicht. GPS wird zwar ebenfalls unterstützt, andere Positionierungsnetzwerke wie GLONASS oder Galileo hingegen oft nicht. LTE ist mittlerweile fast immer vorhanden, meist aber mit vergleichsweise niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten. Die genannten Beispiele lassen sich auf fast alle Features eines besonders günstigen Smartphones übertragen.



















































Unter 50 Euro gibt es keine empfehlenswerten, aktuellen Smartphones. Natürlich kann man zur Not auch zu älteren Modellen greifen, schließlich ist sowohl ein älteres als auch ein günstiges Smartphone immer noch besser als gar keins. Raten würden wir dazu aber nur noch im äußersten Notfall und wenn das Budget absolut nicht mehr hergibt. Grund ist neben niedriger Display-Auflösung und schwachem Prozessor vorrangig der mit 1 GByte häufig zu kleine Arbeitsspeicher solcher Modelle. Lange Spaß hat damit kaum ein Nutzer. In diesem Fall lohnt vielleicht der Blick auf ein Feature-Phone, die es teilweise schon deutlich unter 50 Euro gibt.



















































Über 50, vor allem aber zwischen 75 und 100 Euro gibt es etliche empfehlenswerte Modelle, die besten davon tummeln sich ganz dicht an der 100-Euro-Schallmauer.


























































Auf dem ersten Platz sehen wir in dieser Aktualisierung der Top 10 das Wiko Power U10. Das hat mehrere Gründe: Das IPS-LC-Display ist 6,8 Zoll groß und liefert 720p-Auflösung, die Kamera bietet mit 13 Megapixel in dieser Preisklasse recht viel und der Helio A25 hat mit seinen 8 Kernen bis 100 Euro mit am meisten Leistung. Kombiniert mit 3/32 GByte Speicher ergibt das mit dem 5000 mAh starken Akku ein gutes Gesamtpaket. Android 11 Go ab Werk gibt es ebenfalls. Schade finden wir, dass Wiko immer noch auf Micro-USB als Anschluss setzt.


























































Mit 6,5 Zoll gehört das ZTE Blade A51 ebenfalls zu den größeren Modellen in dieser Top 10, die Auflösung bleibt mit 720p aber gleich. Bei der Kamera gibt es im Wesentlichen die Hauptoptik mit 13 Megapixel. Schön ist die Verwendung von USB-Typ-C als Daten- und Ladeport.






















Megapower sollten Interessenten wegen Unisoc SC9863A und 2/32 GByte Speicher nicht erwarten, dank Android 11 in der Go-Edition sollte flüssige Bedienbarkeit aber kein Problem sein. Außerdem bietet der Chipsatz eine gute Mischung aus ausreichender Prozessor- und Grafikleistung. Der Akku ist mit 3200 mAh kein Kraftpaket, sollte das Modell aber über den Tag bringen.


























































Display mit 6,5 Zoll und 720p-Auflösung und im Wesentlichen eine Kamera mit 13 Megapixel – das ist in Ordnung bis 100 Euro. Positiv hervorzuheben ist der USB-C-Anschluss, den in dieser Preisklasse nur wenige Modelle parat haben. Beim Chipsatz ist die Sache nicht so eindeutig. Motorola setzt auf einen Unisoc Tiger T606, der zwar mehr CPU-Power als der ansonsten bis 100 Euro weitverbreitete Unisoc SC9863A bietet, dafür aber weniger Grafikleistung. Mit 2/32 GByte ist die Speicherausstattung in Ordnung, der Akku leistet 4000 mAh. Highlight: IP52-Zertifizierung gegen Spritzwasser – das hat in dieser Preisklasse sonst kaum jemand.


























































Auch beim Ulefone Note 10 gibt es ein 6,5 Zoll großes IPS-LCD, die Kamera bietet aber nur 8 Megapixel plus Makroobjektiv. Der Unisoc-Octa-Core sorgt wieder für ausgewogene Leistung, beim Speicher ist wie bei den meisten Geräten in dieser Preisklasse bei 2/32 GByte Schluss. Stark ist der Akku, er leistet 5500 mAh und sollte so für Dauerläuferqualitäten sorgen.


























































Das Realme C11 2021 bietet bis 100 Euro aktuell nur noch 2/32 GByte Platz, in der vorherigen Aktualisierung der Bestenliste bekam man für das Geld noch 4/64 GByte. Der Unisoc-Chip sorgt für ausreichende Leistung für ein Modell bis 100 Euro. Das Display misst 6,5 Zoll, die Auflösung liegt bei 1600 x 700 Pixel.






















Bei der Kamera wird es mit einer einzelnen Linse mit 8 Megapixel etwas knapp, leider baut der Hersteller außerdem einen Micro-USB-Anschluss ein. Mit 5000 mAh ist der Akku des Smartphones richtig stark, zusätzlich ist bereits Android 11 installiert.


























































6,2 Zoll HD-Display, eine Hauptkamera mit 13 Megapixel plus Tiefenschärfesensor, obendrein ein Unisoc 9863A – das klingt alles wie schon gesehen in dieser Bestenliste. Die restliche Technik (2/32 GByte Speicher) ist ebenfalls Standard bis 100 Euro – normal aber gut. Der Akku leistet 4000 mAh, Android 11 in der Go-Edition ist bereits installiert.


























































Erneut gibt es 6,5 Zoll und 720p, die Kamera bietet allerdings nur 8 Megapixel plus Makroobjektiv. Das Doogee X96 kommt ansonsten auch mit dem in dieser Preisklasse bekannten Goldstandard Unisoc-Chipsatz, 2/32 GByte Speicher und Android 11 Go. Der Akku leistet starke 5400 mAh und Nutzer dürfen sich auf ein UKW-Radio freuen.


























































Xiaomi nicht auf dem ersten Platz? Tatsächlich, in der untersten Preisklasse gibt es woanders mehr für weniger Geld. Eine schlechte Wahl ist das Xiaomi Redmi 9AT aber nicht, es kann sich nur einfach nicht ganz durchsetzen.






















Es bietet ein 6,5 Zoll großes 720p-Display, eine ehrliche, einzelne Hauptkamera mit 13 Megapixel, einen ausreichenden, aber nicht übermäßig starken Helio G25 als Chipsatz und 2/32 GByte Speicher – alles nichts Außergewöhnliches, aber gut. Der Akku ist mit 5020 mAh ordentlich bestückt.


























































Beim Blackview A55 gibt es auf den ersten Blick wenig Überraschungen. Der Screen misst 6,5 Zoll, die Auflösung liegt bei 720p. Die Kamera ist eher schwach ausgeprägt, hier setzt der Hersteller auf 8 Megapixel plus schmückendes Beiwerk. Auch der Chipsatz kommt nicht ganz an die zuvor genannte Konkurrenz heran. Der Anbietet setzt hier auf einen etwas schwächeren Mediatek Helio A22 mit nur vier Kernen. Als Ausgleich kommt das A55 mit 3 GByte RAM, der interne (aber wie bei der Konkurrenz erweiterbare) Speicher ist dafür nur 16 GByte groß.


























































Das Alcatel 1B bietet ein 5,5 Zoll großes Display mit HD-Auflösung, als Kamera gibt es nur eine einzelne Linse mit 8 Megapixel. Antrieb ist hier ein Qualcomm QM215, der von 2/32 GByte flankiert wird. Der Akku ist mit 3000 mAh zwar etwas knapp bemessen, dafür aber ohne Werkzeug austauschbar – so steht auch längeren Reisen ohne Lademöglichkeiten mit einem Ersatzakku nichts im Weg. Inzwischen ist Android 11 an Bord. Mangels Tropfen-Notch wirkt das Smartphone etwas aus der Zeit gefallen, so ein schwarzer „Balken“ am oberen Bildrand wirkt heute etwas altmodisch.


























































Ja, es gibt brauchbare Smartphones bis 100 Euro, sofern Nutzer leichte Abstriche bei den anfangs genannten Punkten machen können. Große Marken wie Samsung sucht man hier vergeblich, die sind einfach zu teuer. Selbst Xiaomi kommt hier gerade so vor. Zu viel sollten Interessenten aber generell nicht erwarten, sondern stattdessen überlegen, ob sie nicht lieber etwas mehr Geld ausgeben können. Bis 150 Euro wird die Technik deutlich stärker, hier lohnt ein Blick in unsere Top 10 bis 150 Euro.



















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