October 6, 2022
TechStage | Luftkühler im Vergleich: Verdunstungskühler mit Wassertank ab 12 Euro

Sie sind günstig, mobil, oft leise sowie energieeffizient und kühlen die Luft dennoch spürbar ab: Luftkühler. Wir zeigen, worauf man beim Kauf achten sollte.































































Raumkühlung verbinden die meisten mit Klimaanlagen (Ratgeber). Sie sind entweder als Split- oder Monoblock-Varianten (Ratgeber) verfügbar und in der Lage, die Temperatur schnell abzusenken und zu halten. Allerdings benötigen sie große Mengen an Energie. Mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 1000 Watt oder sogar darüber verursachen Klimageräte schon bei einem Strompreis von 0,31 Cent pro Kilowattstunde und einem täglichen Betrieb von vier Stunden monatliche Stromkosten in Höhe von 64 bis 89 Euro. Da die meisten Menschen Strom nicht über eine eigene Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher (Ratgeber) beziehen, dürften bei der aktuellen Entwicklung der Strompreise sich nur sehr wenige mit der Anschaffung einer Klimaanlage beschäftigen.






















Das ist aber auch gar nicht nötig. Verdunstungskühler respektive Luftkühler sind deutlich weniger energiehungrig und ebenfalls in der Lage, Luft abzukühlen. Freilich gelingt das nicht so schnell wie mit einer Klimaanlage. Doch der Praxistest zeigt: Luftkühler sorgen in vielen Situationen für eine angenehm frische Brise. Um sie möglichst umweltschonend zu verwenden, können sie auch über eine zuvor mit Photovoltaik geladene Powerstation (Themenwelt) betrieben werden.



















































Der Übergang eines Stoffes vom flüssigen in gasförmigen Zustand, ohne den Siedepunkt zu erreichen, benötigt Energie. Diese bezieht der Stoff aus der Umgebungstemperatur. Dadurch sinkt die Raumtemperatur. Umgangssprachlich nennt man diesen Effekt Verdunstung. Auch unser Körper macht sich dieses Prinzip zunutze. Bei Hitze bildet sich auf der Haut Schweiß, dieser verdunstet und kühlt. Weht etwas Wind, beispielsweise über einen Ventilator (Kaufberatung), wird die Verdunstung weiter angeregt und die Kühlung verbessert.






















Nun gibt es am Markt immer mehr günstige Ventilatoren, die feine Wasserpartikel in der Luft verteilen, die dort in den gasförmigen Zustand übergehen. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit und senkt die Temperatur. In Gebäuden, hauptsächlich gut abgedichteten Neubauten, die ohnehin ein Problem mit zu hoher Luftfeuchtigkeit haben, sollte man sie eher nicht oder nur mit geöffnetem Fenster nutzen, was wiederum bei hohen Außentemperaturen den kühlenden Effekt ad absurdum führt. In derartigen Umgebungen kann ein Luftentfeuchter (Ratgeber) oder eine Split- oder Monoblock-Klimaanlage (Kaufberatung) helfen.


























































In Innenräumen soll die optimale Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent pendeln. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit vermindert sich die Atemleistung. Außerdem kann Trockenheit zu Hautreizungen und -irritationen führen und die Schleimhäute austrocknen, was das Infektionsrisiko für Grippe- und andere Erkältungserkrankungen deutlich erhöht. Zu hohe relative Luftfeuchtigkeit behindert das Schwitzen als Regulierung der Körpertemperatur. Das Wohlbefinden und damit die Leistungsfähigkeit wird dadurch beeinträchtigt. Zudem wird in als schwül empfundenen Räumen der Kreislauf belastet.






















Hinzu kommt die durch hohe Luftfeuchte hervorgerufene Schimmelbildungsgefahr in Innenräumen. Die Sporen und VOC-Gase der Schimmelpilze können beim Einatmen neben Allergien auch verschiedene andere Beschwerden verursachen. Zu diesen zählen unter anderem Migräne, Asthma, Husten und Schnupfen, Bindehautentzündungen sowie Hautveränderungen, Gelenkschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden.






















Bei einer hohen Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent vermehren sich Hausstaubmilben besonders stark. Dadurch geben die kleinen Mitbewohner mehr Allergene ab, was besonders Allergiker belastet.



















































Verdunstungskühler sind günstig und vergleichsweise mobil. Sie benötigen keine feste Installation wie eine Split-Klimaanlage und auch keinen nach außen führenden Schlauch für die Abluft wie eine Monoblock-Klimaanlage (Ratgeber). Meist gibt es eine Schale für das Wasser, welches abgepumpt und zerstäubt vor einen Ventilator gesprüht wird. Dieser verteilt die winzigen Wassertropfen dann im Raum. Auch arbeiten diese Geräte in der Regel wesentlich leiser als etwa Monoblock-Klimageräte.






















Der kühlende Effekt ist messbar. Wir stellen hierzu einen digitalen Temperaturfühler einen halben Meter vor verschiedene Verdunstungskühler: den leistungsstarken Varianten Sichler LW-61 und Honeywell CS10XE, den beiden Turmventilatoren Sichler 3in1-WLAN-Luftkühler LW-480.wlan und VT-560.app sowie dem Sichler WLAN-Stand-Sprühnebel-Ventilator VT-480.app. Die folgenden Werte sind bei den Geräten vergleichbar, exemplarisch beschränken wir uns auf den Honeywell CS10XE.





























Bei ausgeschaltetem Luftkühler messen wir 24,1 Grad. Schalten wir die Ventilationsfunktion hinzu, senkt sich die Temperatur nach 30 Minuten auf 23,4 Grad. Aktivieren wir nun die Kühlfunktion, also den Sprühnebler mit Verdunstungseffekt, reduziert sich die Temperatur auf 20,4 Grad. Diese drei Grad im Vergleich zur reinen Ventilation sind deutlich spürbar. Man hat sofort das Gefühl einer erfrischenden und kühlenden Brise.



















































Das funktioniert nicht nur in Räumen, sondern eingeschränkt auch auf Balkonen oder Terrassen. Hier sollte man dann aber auf ein Gerät mit ausreichender Leistung setzen. Wir haben dafür den Sichler LW-61 mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 130 Watt verwendet. Bei einer Grill-Party und einer Außentemperatur von über 37 Grad Celsius sorgt das Gerät für eine von den Gästen als angenehm empfundene Kühlleistung – und das bereits bei der niedrigsten und besonders geräuscharmen Ventilatorstufe. Und wer den Sichler LW-610 besonders umweltschonend betreiben möchte, schließt das Gerät wie wir im Test an einen zuvor per Solarpanel geladenen Solargenerator (Themenwelt) an. Mit dem dafür verwendeten Modell Flashfish UA550 (Testbericht) kühlt er die Luft für mehr als fünf Stunden.


























































Verdunstungskühler sollten regelmäßig gereinigt werden. Es können sich im Wasserbehälter Bakterien bilden, die sich über den Ventilator in der Luft verteilen. Wenn man an der von Wasser bedeckten Innenseite des Tanks einen Biofilm spürt, ist dringend eine Reinigung angesagt. Außerdem sollte man in Gebieten mit hartem Wasser die Geräte regelmäßig von Kalk befreien. Sowohl gegen Bakterien als auch gegen Kalk hilft eine regelmäßige Reinigung mit etwas Essig. Einige Nutzer setzen dem Wasser gar grundsätzlich ein paar Tropfen Essig bei.



















































Verdunstungskühler sind günstig und bereits ab etwa 12 Euro erhältlich. Meist nutzen sie zur Stromversorgung einen USB-Port, wodurch sich die kleinen Erfrischer primär für den Schreibtisch anbieten. In ihnen steht ein nasses Pad in einem Wasserbehälter, an dem ein Ventilator einen Luftstrom vorbeileitet. Die Flüssigkeit verdunstet und kühlt die Luft etwas ab.






















In den meisten Fällen bieten sie mehrere Geschwindigkeiten. Die niedrigste sollte leise genug sein, um es in sehr heißen Nächten im Schlafzimmer auf dem Nachttisch laufen zu lassen, ohne dass es den Schlaf stört. Im Folgenden zeigen wir die günstigsten Tischventilatoren.


























































Standventilatoren mit Luftkühler fangen bei etwa 70 Euro an, können aber auch über 200 Euro kosten. Exemplarisch haben wir uns den Sichler WLAN-Stand-Sprühnebel-Ventilator VT-480.app angeschaut, er kostet bei Pearl knapp 150 Euro. Sie haben gegenüber den Turmventilatoren mit Kühlfunktion einen großen Vorteil: sie sind in Betrieb normalerweise leiser. Das können wir im Test bestätigen, auf der niedrigsten Stufe schaufelt der Ventilator leise surrend Luft durch den Raum. Schaltet man die Befeuchtungsfunktion hinzu, wird es etwas lauter. Trotzdem gehört der Sichler VT-480.app zu den leisen Luftkühlern. Mit aktivierter Befeuchtungsfunktion tritt mittig vor dem Ventilator zerstäubtes Wasser aus und verteilt sich im Raum. Dies ist als Nebel deutlich sichtbar und ein ziemlich cooler Effekt.





























Optisch ist der Sichler VT-480.app gewöhnungsbedürftig, Kollegen vergleichen ihn mit einem Roboter aus der Star-Wars-Persiflage Space Balls. Sein Fuß ist knubbelig, er erinnert etwas an einen übergroßen Wassertropfen. Die Sprühnebelvorrichtung mitsamt schwarzem Schlauch wirkt wie eine trashige Kopie der Darth-Vader-Maske. Elegant geht anders.






















Der Sichler VT-480.app klinkt sich auf Wunsch ins heimische WLAN ein und kann über die Tuya-kompatiblen (Ratgeber) Apps Tuya Smart, Smart Life und Elesion von Pearl gesteuert werden. Er reagiert zudem auf Alexa- und Siri-Sprachbefehle. Sein Ventilatorkopf hat einen Durchmesser von 40 Zentimeter. Kleiner sollte er auch nicht sein, da sonst die Geräuschentwicklung zunimmt. Auf Wunsch dreht er sich automatisch im 90-Grad-Winkel horizontal hin und her. Beim Kauf sollte man auf diese als Oszillation bezeichnete Funktion achten, da sich so die kühle Luft besser im Raum verteilt. Sein Wassertank fasst knapp vier Liter. Wir empfehlen keine Geräte mit deutlich kleineren Tanks zu kaufen, da diese sonst zu häufig nachgefüllt werden müssen.


























































Die meisten großen Verdunstungskühler kommen ähnlich einem Turmventilator in einem Kunststoffkasten. Dadurch sind sie kompakter als die oben besprochenen Ventilatoren mit Luftkühler, aber auch lauter. Wir haben uns den Honeywell CS10XE sowie die Sichler-Varianten LW-480.wlan, VT-560.app und LW-610 angeschaut.





























Der Honeywell CS10XE macht vieles richtig. Er ist mit 100 Watt recht stark, hat einen großen Zehn-Liter-Wassertank, oszilliert die Luft im 90-Grad-Winkel und kommt mit einem Ionisator zur Verbesserung der Luftqualität. Dennoch hat er zwei große Nachteile. Zum einen bringt er keine Smart-Features mit. Bei seinem Preis hätten wir uns gewünscht, dass wir ihn über Sprachbefehle steuern können. Fehlanzeige. Der zweite und deutlich wichtigere Punkt: Der Honeywell ist selbst auf der niedrigsten Stufe richtig laut. Neben ihm zu schlafen, wird für viele nicht möglich sein. Selbst beim Fernsehen stört das surrende Geräusch.






















Der etwas kleinere Sichler LW-480.wlan ist mit 65 Watt leistungsschwächer, aber leiser, wenn auch nicht ganz so geräuscharm wie ein Ventilator mit Kühlfunktion. Sein Tank fasst vier Liter, ein Ionisator soll die Luft reinigen, die Swing-Funktion reicht bis 60 Grad. Im Gegensatz zum teuren Honeywell CS10XE hört er auf Alexa und Siri, außerdem kommt er mit einer eigenen App.






















Der Sichler VT-560.app hört ebenfalls auf Alexa sowie Siri und bietet eine eigene App. Er bietet dank eines Motors eine echte Oszillation bis zu 45 Grad. Eine LED-Anzeige gibt die aktuelle Raumtemperatur an. Ein Staubfilter soll Schmutzpartikel aus der Luft filtern. Sein Verdunstungsvolumen gibt der Hersteller mit 322 Milliliter pro Stunde an. Allerdings fasst der Wassertank nur zwei Liter.





























Schon in der niedrigsten Stufe reicht die Kühlleistung aus, um wie im Test bei über 37 Grad eine als angenehm empfundene kühlende Wirkung auf der Terrasse zu entfalten. Der knapp 250 Euro teure Sichler LW-610 zeichnet sich zudem durch einen leisen Betrieb – zumindest in der niedrigsten Lüfterstufe – aus. Fürs Schlafzimmer dürfte er während der Nacht für die meisten trotzdem noch zu laut sein, aber beim Fernsehen im Wohnzimmer stört er nicht. Zudem hält er bei dieser Außentemperatur das Innenthermometer in einem gut gedämmten und 35 Quadratmeter großen Zimmer auf konstant knapp 28 Grad – und damit fast 10 Grad niedriger als draußen. Allerdings bietet der LW-601 lediglich eine Fernbedienung, aber keine Steuerung per App. Durch den funktionsbedingten Anstieg der Luftfeuchte, kann der Einsatz eines Luftentfeuchters sinnvoll sein.


























































Um das Raumklima automatisch auf einem optimalen Niveau zu halten, müssen sich dafür geeignete Sensoren und Aktoren wie Luftreiniger (Ratgeber), Be- und Entfeuchter nahtlos in die verwendete Smart-Home-Zentrale einbinden lassen. Leider ist das nur selten der Fall. Generell hat die Tuya-Plattform (Testbericht) mit über 400.000 kompatiblen Geräten die größte Auswahl. Die Plattform bietet sämtliche Gerätegruppen – hierzu zählen auch die in diesem Bericht erwähnten Sichler-Varianten mit App-Steuerung, mit denen sich eine Steuerung des Raumklimas automatisieren lässt. Mehr Informationen dazu zeigt unser Ratgeber Schimmel bekämpfen, Gesundheit schützen: Smarte Technik für gutes Raumklima ab 20 Euro.



















































Auch günstige Luftkühler bringen etwas – wenn man denn direkt davorsitzt. Die verdunstende Flüssigkeit sorgt an besonders heißen Tagen für eine wirkungsvolle Abkühlung – mehr als ein Ventilator ohne Wasserzerstäuber. Allerdings sind die meisten Verdunstungskühler ungeeignet, um die gesamte Raumtemperatur herabzusetzen. Lediglich leistungsstarke Geräte wie der Sichler LW-601 halten im Test die Raumtemperatur in einer gut gedämmten Wohnung bei einer Außentemperatur von 37 Grad bei konstanten knapp 28 Grad. Allerdings steigt funktionsbedingt die Luftfeuchtigkeit, sodass der Einsatz eines Luftentfeuchters nötig sein kann. Wer eine höhere Kühlleistung benötigt, muss zur Monoblock-Klimaanlage (Kaufberatung) greifen. Hier kann allerdings die Luftfeuchte so stark abnehmen, dass ein Luftbefeuchter nötig ist, um ein optimales Raumklima zu gewährleisten.






















Für nicht klimatisierte Büroräume könnten Anwender mit einem Tischventilator mit Kühlfunktion glücklich werden, gerade weil ihr Kaufpreis mit teilweise unter 20 Euro sehr gering ist. Besser als nichts lautet hier das Fazit.






















Soll eine große Lösung her, sind Turmverdunstungskühler zwar größtenteils schicker, aber leider auch deutlich lauter als Ventilatoren mit einem Wasserzerstäuber. In beiden Kategorien muss man mit einem Einsatz von mindestens 50 Euro rechnen. Leistungsstarke Modelle sind aber mit mehr als 200 Euro deutlich teurer.



















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