October 6, 2022
TechStage | Günstiges Internet: SIM-Karten und WLAN-Hotspots für EU und die ganze Welt

Wer außerhalb Deutschlands unterwegs ist, bekommt auf verschiedene Wege Internet für unterwegs. Neben Datenroaming innerhalb der EU versprechen globale SIM-Karten, eSIMs und mobile Hotspots weltweit Abhilfe. TechStage zeigt, welche Angebote am günstigsten sind.































































Dank EU-Roaming-Verordnung (Link zu Bundesnetzagentur) können Nutzer mit deutschem Mobilfunktarif auch im Ausland telefonieren, mobil im Internet surfen oder SMS Schreiben – und das generell ohne Mehrkosten. Allerdings gibt es auch vereinzelt Einschränkungen. Viele Provider berufen sich beim Thema EU-Roaming auf die „Fair Use Policy“. Die legt eine angemessene Nutzung von Datenvolumen zugrunde. Was angemessen ist, wird von Provider zu Provider unterschiedlich ausgelegt. Bei den meisten kann man etwa das volle Inklusivdatenvolumen auch im EU-Ausland nutzen. Ausnahmen haben wir unter anderem bei Unlimited-Tarifen wie Freenet Funk gefunden. Hier stehen im EU-Ausland nur 1 GByte statt unbegrenztes Datenvolumen pro Tag zur Verfügung.






















In anderen Fällen zählt die Schweiz mit ins EU-Roaming. Bedeutet: Auch dort kann man zu den in Deutschland gebuchten Konditionen Telefonie, Datenvolumen und SMS nutzen.
























































Außerhalb der EU hat sich dagegen nur wenig getan. So kostet 1 MByte Daten außerhalb der EU bei 1&1 im O2-Netz beispielsweise 19 statt 99 Cent, bei der Telekom in typischen Reiseländern wie Ägypten, USA oder Thailand 49 statt 79 Cent. Immerhin: Die großen Anbieter haben in der Regel Auslands-Pakete im Programm. Die Telekom beispielsweise bietet einen Tagespass mit 100 MByte für 5 Euro oder einen Tagespass mit unlimitiertem Datenvolumen für 15 Euro. Damit kommt man schon gut klar und das reicht für Navigation und Messaging. Wer unterwegs arbeiten muss, Videos streamen oder seiner Familie Urlaubsbilder und -Videos schicken will, kommt aber schnell an Grenzen.






















Wer öfters außerhalb der EU unterwegs ist, sollte bei Vertragsabschluss darauf achten, dass der gewählte Provider für die typischen Reiseländer eine Pauschale anbietet. Das gibt es aber in der Regel nur bei den teuren Tarifen der großen Provider, reine Prepaid-Anbieter und Billigheimer nutzen den Auslandsaufenthalt ihrer Kunden lieber, um den großen Reibach zu machen.

















































Sparfüchse kaufen sich vor Ort eine Prepaid-SIM-Karte. In einigen Ländern klappt das gut, ist einfach und sinnvoll – Taiwan oder USA zum Beispiel. In anderen Ländern sind sprachliche Hürden, behördliche Auflagen und der Tarifdschungel so groß, dass man schon einen kompletten Urlaubstag opfern müsste, um an eine SIM-Karte zu kommen. In Ägypten kommt man zwar schnell an eine SIM-Karte – statt den versprochenen 15 GByte gibt es in der Praxis häufig aber nur knapp eineinhalb GByte. Diese Abzocke ist bekannt und in zahlreichen Urlaubsforen zu finden.






















Und dann muss man sich noch überlegen, ob man ein zweites Smartphone einpackt, seine deutsche SIM-Karte herausnimmt oder ein eSIM-fähiges Smartphone nutzt; etwa ein iPhone ab XR oder ein Samsung Galaxy ab S20. Letztere Option ist insofern sehr entspannt, da man den jeweiligen Tarif vorab wie einen digitalen Service via App oder Website bucht und nichts weiter tun muss. Anbieter wie Airalo bieten etwa unlimitiertes Datenvolumen für 5 Tage in China oder 10 GByte für 30 Tage in den USA an – Kostenpunkt zwischen 13 und 22 Euro.






















In der folgenden Tabelle haben wir die Angebote von drei Providern für beliebte Reiseländer außerhalb der EU gegenübergestellt. Pro Anbieter und Land zeigen wir den jeweils besten Deal mit Datenvolumen im 4G-Netz:










































































































































































































































































































Land /
Provider
Airalo eSIM2Fly Surfroam
Canada


10 GByte, 30 Tage für 30 Euro



-



60 Euro pro 1 GByte 
China


Unlimitiertes Datenvolumen, 5
Tage für 13 Euro



6 GByte, 8 Tage für 16 Euro



30 Euro pro 1 GByte
China (Hong Kong)


Unlimitiertes Datenvolumen, 8
Tage für 8 Euro



6 GByte, 8 Tage für 16 Euro



-
Großbritannien


5 GByte, 30 Tage für 13 Euro



-



10 Euro pro 1 GByte 
Japan


3 GByte, 30 Tage für 12 Euro



6 GByte, 8 Tage für 16 Euro



30 Euro pro 1 GByte
Mexiko


1 GByte, 7 Tage für 8 Euro



-



30 Euro pro 1 GByte
Singapur


10 GByte, 30 Tage für 29 Euro



6 GByte, 8 Tage für 16 Euro



20 Euro pro 1 GByte
Südkorea


Unlimitiertes Datenvolumen, 10
Tage für 27 Euro



6 GByte, 8 Tage für 16 Euro



-
Thailand


Unlimitiertes Datenvolumen, 15
Tage für 17 Euro



6 GByte, 8 Tage für 16 Euro



40 Euro pro 1 GByte 
USA


10 GByte, 30 Tage für 22 Euro



-



20 Euro pro 1 GByte






















Vor allem Airalo kann in Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber vielen Anbietern wie eSIM2Fly oder Surfroam überzeugen.

















































Eine Alternative sind mobile Hotspots mit Akku-Betrieb und integrierter Global-SIM-Karte. Direkt über das Display des Hotspots oder ein Web-Interface, das man per Handy oder Computer erreicht, kann man Tages- oder Wochenpakete für quasi alle Länder der Welt buchen. Die Gebühren sind höher als bei Prepaid-SIM-Karten vor Ort, aber erheblich günstiger als Roaming mit dem eigenen Tarif oder die meisten eSIM-Angebote. Das bietet sich vor allem für Urlaubsreisende an, die ohne Einschränkungen auf mehreren Geräten streamen, surfen oder Videotelefonieren wollen.






















Seit einigen Jahren kann man diese Hotspots auch mieten. Man bestellt sie online vor Reiseantritt, sie werden per Post an die Privatadresse oder das erste Hotel im Reiseland zugestellt – und am Ende der Reise gibt man sie einfach wieder ab oder schickt sie zurück. Das funktioniert auch in Ländern, in denen man als Ausländer nur schwer überhaupt eine SIM-Karte bekommt, etwa in China. Für eine Woche unlimitiertes Datenvolumen liegen die Kosten, je nach Land, etwa zwischen 49 und 69 Euro. Ein zentraler Anbieter für verschiedenste Destinationen weltweit ist das französische Unternehmen Mywebspot. Je nach Land gibt es natürlich auch noch unzählige weitere Provider, die speziell für den eigenen Markt entsprechende Mietangebote haben. Hier hilft der Suchbegriff “mobile Hotspot” und dann das jeweilige Land. Aber auch hier gilt: Wer, vor allem auf asiatischen Seiten unterwegs ist, kann durch die Sprachbarriere schnell überfordert sein. Deshalb ist das Angebot von Mywebspot nicht nur preislich interessant, sondern dank deutscher Website auch für jeden nutzbar.





























Der Kauf-Hotspot GlocalMe Upp 4G hat einen Akku, eine integrierte eSim und Platz für eine weitere SIM-Karte.

















































Vielflieger sind bestimmt schon über Skyroam, (inzwischen als Simo bekannt) gestolpert: Es gibt kaum eine Fluggesellschaft, die die weltweit funktionierenden LTE-Hotspots nicht über ihren Bordverkauf anbietet. Die Hardware, also der eigentliche Hotspot, kostet in der aktuellen Version ab 118 Euro inklusive SIM-Karte. Je nach Paket gibt es verschiedene Pässe für den Internet-Zugang in teilnehmenden Ländern. Sie kosten zwischen 8 und 84 Euro. Das sind abgesehen von wenigen Reisezielen, etwa Cuba oder einige afrikanische Länder, eigentlich alle; insgesamt über 135 Länder.






















Zu den Alternativen zu Skyroam gehört GlocalMe. Die mobilen Hotspots gibt es in Deutschland ab 50 Euro; die Tarifstruktur ist aber deutlich komplexer als bei Simo. Abgerechnet wird wie bei eSIMs. Für China zahlt man etwa 17 Euro für 3 GByte und 30 Tage, in den USA kostet das gleiche Paket rund 19 Euro. Eine komplette Liste der Pakete findet sich hier.






















Privat haben wir den Hotspot GlocalMe Upp 4G im Einsatz und ihn erst kürzlich intensiv in Ägypten genutzt. Die Anmeldung vom Nutzerkonto und das Aufladen des Guthabens für die Urlaubsregion hat in der Praxis weniger als 5 Minuten gedauert. Die Nutzung mit mehreren Smartphones und Tablets funktionierte im Urlaub problemlos und die Geschwindigkeit reichte trotz mäßiger Netzabdeckung vor Ort locker aus, um Videochats abzuhalten oder Videos zu streamen.





























Das Modell GlocalMe Upp hat eine eSim des Anbieters integriert. Wer will, kann aber auch eine alternative SIM-Karte benutzen.






















Im Vergleich zum heimischen Internetanschluss oder dem 5G-Smartphone ist der Anschluss aber spürbar langsamer. Die Tarife des Anbieters sind außerdem nicht gerade günstig, aber das Handling bei GlocalMe ist nachweislich sehr bequem: Online-Guthaben für die Wunschregion kaufen und dann direkt vor Ort loslegen – ohne Kartenwechsel oder das Anmelden einer neuen SIM-Karte. Wer häufiger außerhalb der EU unterwegs ist, bekommt hier eine zuverlässige und jederzeit kurzfristig nutzbare Lösung für unterwegs.






















Wer länger unterwegs ist und Kosten sparen will, kann den GlocalMe Upp 4G auch mit einer beliebigen anderen SIM-Karte nutzen.
























































Wer viel unterwegs ist, sollte sich einen der eSIM-Anbieter ansehen. Man braucht kein technisches Verständnis und muss sich nicht mit komplizierten Tarifen auseinandersetzen.






















Für eine gelegentliche Reise mit mehreren Personen bieten sich die Leih-Hotspots und ebenfalls die eSIMs an. Es gibt eine klare Kostenstruktur und keine Überraschungen, aber man muss sich rechtzeitig vor der Abreise um die Anmietung, um die Übergabe und die Rückgabe des Hotspots kümmern. Alternativ kann man auch direkt vor Ort in der jeweiligen Reisedestination eine SIM-Karte erwerben. Hier sollte man aber der jeweiligen Landessprache mächtig sein.






















Ist man nur selten oder kurz außerhalb der EU unterwegs, bieten sich die Roaming-Pakete der großen Handynetzbetreiber Telekom, O2 und Vodafone an. Zwar sind die Pakete insgesamt etwas teurer, aber unterm Strich dennoch oft billiger als der zusätzliche Kauf einer eSIM-Karte oder das Mieten eines Hotspots plus Tarif.












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