September 28, 2022
Spritsparend Fahren: 5 Tipps, um Kraftstoff zu sparen

Spritsparend Fahren: 5 Tipps für jeden, der Kraftstoff sparen will

Seit es Autos gibt, beschäftigen sich Forscher mit der Frage, wie sie besser, schneller und effizienter werden können. Pardon, kleine Korrektur: Nicht erst seit es Autos gibt. Leonardo da Vinci grübelte darüber schon im 15. Jahrhundert nach: „Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daher fahren.“ Der Mann hatte (erstaunlicherweise) Recht. Rund 500 Jahre später stellte die „Allgemeine Automobil Zeitung“ 1921 fest: „Das Auto ist jetzt vollkommen. Es bedarf keiner Verbesserung mehr.“ Da kann man heute nur müde lächeln über so viel Arroganz der Goldenen Zwanziger. Aber packen wir noch einmal hundert Jahre drauf, stehen wir heute vor ganz neuen Erkenntnissen: Die Spritpreise gehen durch die Decke. Gut, dass Forscher längst untersucht haben, wie man seinen Fahrstil an steigende Preise anpassen kann. Um genau zu sein: Forscher des Energieministeriums der USA, im „Oak Ridge National Laboratory“ in Tennessee. Die wichtigste Erkenntnis: Es gibt eine „perfekte“ Geschwindigkeit!

Spritsparend Fahren ist nicht immer effizient

Die Rechnung der Oak Ridge-Forscher ist eigentlich ganz simpel: Wer schnell fährt, verbraucht mehr Benzin, das kostet mehr Geld. Soweit eh klar. Aber: Wer langsamer fährt, verbraucht zwar weniger Benzin – opfert aber auch Zeit, die man vielleicht bei der Arbeit verbringen könnte, um überhaupt erstmal Geld zu verdienen! Die einzig korrekte Kalkulation kann also nur lauten: Geschwindigkeit = Benzinkosten plus verpasste Arbeitszeit / abhängig von der Kraftstoffeffizienz des Autos und dem eigenen Stundenlohn. (Kennen Sie alle Warnsignale in ihrem Auto? Warnsignale: Das sind die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto und das gilt es im Ernstfall zu tun)

Folgende Faktoren muss man berücksichtigen: In dem Moment, in dem man den Motor anlässt, verbraucht der Pkw Benzin (E-Autos logischerweise nicht). Sobald man losfährt, steigt der Verbrauch. Motor, Klimaanlage, Radio, Elektronik … kostet alles zusätzliches Geld. Bei höheren Geschwindigkeiten kommen auch noch weitere Parameter dazu und beeinträchtigen die Kosten-Effizienz. Zum Beispiel der Luftwiderstand, der bei Autobahnfahrten durchaus erheblich wird. Dazu kommt die „Rollreibung“, die durch das Verformen der Autoreifen ebenfalls wie eine rückwärts drückende Kraft den Spritverbrauch steigen lässt, sowie Reibungskräfte innerhalb des Getriebes. Es gibt so viele Faktoren, die die Fahrleistung eines Autos beeinflussen, dass man unmöglich ein rein theoretisches Modell erstellen kann, das eine Beziehung zwischen Geschwindigkeit und Kraftstoffverbrauch herstellt. 

Glücklicherweise haben aber die Forscher von Oak Ridge so lange verschiedene Autos und Geschwindigkeiten getestet, bis zumindest eine ungefähre Methode zur Schätzung der Kraftstoffeffizienz entstand. Und die besagt: Man sollte nicht schneller als 110 km/h fahren, wenn man spritsparend fahren – ergo Geld sparen – will. Bei hohen Geschwindigkeiten ab etwa 140 km/h verbrennt ein Auto besonders viel Sprit. Bei einer Fahrt mit 160 km/h verbraucht der Motor bis zu zwei Drittel mehr Kraftstoff als mit 100 km/h. (Vergleichen Sie Tankstellenpreise? Tanken leicht gemacht: Die 7 beliebtesten Tank-Apps für Android und Apple)

5 Tipps für spritsparendes Fahren 

Tipp 1: Kraftstoff sparen durch Gas geben

Fast überraschender ist der Tipp: Man sollte nicht zu langsam fahren! Am sparsamsten geht es voran, wenn man beherzt Gas gibt, schnell bis in den höchstmöglichen Gang hochschaltet und dann ein Tempo zwischen 60 und 90 km/h hält. Zu dem Schluss kam übrigens auch der deutsche TÜV. Das Problem ist nur: Weder in der Innenstadt noch auf der Autobahn kommt man mit dieser wissenschaftlichen Methode weit. 90 in der Innenstadt oder 60 auf der Autobahn – ist beides natürlich Unsinn. Die einfachste Lösung für dieses Problem wäre, einfach von zu Hause aus zu arbeiten. Oder im Büro zu schlafen. 

Tipp 2: Vorausschauendes Fahren

Wer gleichmäßig fährt, gewinnt das Rennen! Wissenschaftler haben berechnet, dass vorausschauendes Fahren – also die Vermeidung von häufigem Bremsen – nicht nur die Lebenserwartung des Autos erhöht (was ja im Umkehrschluss auch Geld spart), sondern man auch effektiv Kraftstoff spart. Für kurzfristige Temposchwankungen also den Fuß vom Gas nehmen, statt zuerst Bremsen, um anschließend wieder zu beschleunigen. Stichwort Motorbremse. Die meisten Autos sind mit einer Schubabschaltung ausgerüstet, die in dieser Situation die Kraftstoffzufuhr sofort absperrt. Ergo null Verbrauch. (Die Zukunft des Autofahrens? E-Auto: Bereitet dieser EU-Beschluss den Weg in eine brennstofffreie Zukunft?)

Tipp 3: Schnell Gang hochschalten 

Auf Autobahnen und Landstraßen gilt: Je niedriger die Drehzahl und das Tempo, desto niedriger der Verbrauch, denn im höchstmöglichen Gang zu fahren, ist Grundbedingung für spritsparendes Fahren. Nach dem Anfahren also schnell beschleunigen, möglichst rasch die Gänge hochschalten und mit niedrigen Drehzahlen die gewählte Geschwindigkeit beibehalten. Rechenbeispiel: Wer bei 40 km/h in den vierten Gang kommt, drosselt den Kraftstoffverbrauch, statt bei derselben Geschwindigkeit noch im zweiten oder dritten Gang zu fahren. Das liegt daran, dass die Drehzahl dann gering ist. Nach Auskunft des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) reichen 2.000 Umdrehungen im Stadtverkehr aus. Übrigens ist auch das Zurückschalten häufig gar nicht nötig, denn es verbraucht Sprit, weil man anschließend wieder mehr Gas geben muss.

Tipp 4: Übermäßigen Luftwiderstand und Gewicht vermeiden 

Schon klar, wer gerne zum Skifahren oder zum Stand-up-Paddling fährt, will nicht jedes Mal den Dachgepäckträger abmontieren. Aber: Alle Aufbauten und schweres Zubehör im Kofferraum erhöhen den Luftwiderstand. In einem Mittelklasse-Pkw erhöht ein zusätzliches Gewicht von 100kg den Spritverbrauch durchschnittlich schon um 0,7 Liter auf 100 Kilometern. Also auch Kleinigkeiten beachten, wie die Getränkekisten im Kofferraum, die man seit dem letzten Supermarktbesuch noch mit herumfährt, oder die Wanderausrüstung, die noch auf der Rückbank liegt. 

Tipp 5: Reifendruck prüfen 

Das sollte klar sein: Kurze Strecken am besten gleich mal gar nicht mit dem Auto fahren. Morgens schnell zum Bäcker, oder abends ins Gym – viele Strecken lassen sich mit dem Fahrrad genauso gut oder besser absolvieren, wenn man nicht auf dem Land wohnt. Aber es gibt auch einen rein ökonomischen Grund: Denn den meisten Sprit verbraucht ein Motor, solange er noch kalt ist. Der Durchschnittsverbrauch auf den ersten 100 Metern kann bis zu 30 Liter pro 100 Kilometer betragen. Erst nach durchschnittlich vier Kilometern erreicht der Pkw seine normale Betriebstemperatur. Alles darunter: Verschwendung! Außerdem sollten sparsame Fahrer darauf achten, dass die Reifen den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck behalten. Sonst verlängert das den Bremsweg und somit den Verbrauch, vor allem bei „Breitreifen“. Richtlinie: Den Reifendruck einmal im Monat und die Achsvermessung zweimal im Jahr kontrollieren und gegebenenfalls einstellen lassen.

Wichtige “Learnings” für spritsparendes Fahren 

  1. Ein Tempo von 70 bis 80 Prozent der erlaubten Höchstgeschwindigkeit ist generell empfehlenswert, um Sprit zu sparen
  2. Wenn es möglich ist, zum Beispiel auf der Autobahn – konstant eine Geschwindigkeit halten. Auf jeder Form von Schnellstraße ist eine Geschwindigkeit zwischen 100 bis 130 km/h im höchstmöglichen Gang der perfekte Weg, um spritsparend zu fahren.
  3. Geringeres Gewicht und geringerer Luftwiderstand verringern den Spritverbrauch
  4. Nicht richtig eingestellter Reifendruck kann den Spritverbrauch erhöhen

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