September 24, 2022
Softbank fährt Rekordverlust ein – Chef kritisiert Unicorn-Gründer
  • Masayoshi Son

Softbank fährt Rekordverlust ein – Chef kritisiert Unicorn-Gründer

Das schlechte Investmentklima zeigt sich auch in den Bilanzen von Softbank. Gründer Masayoshi Son muss 23 Milliarden Euro Verlust vermelden – und will künftig selektiver investieren.

Softbank-Chef Masayoshi Son musste am Montag den größten Quartalsverlust in der Geschichte des Unternehmens präsentieren.

Softbank-Chef Masayoshi Son musste am Montag den größten Quartalsverlust in der Geschichte des Unternehmens präsentieren.

Reuters

Der Kursabschwung der Tech-Aktien macht auch vor Investorenlegenden nicht halt. Nach Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway hat der Absturz nun auch Masayoshi Son mit seinem japanischen Konzern Softbank einen Rekord-Quartalsverlust beschert. Unterm Strich musste Softbank einen Nettoverlust von knapp 23 Milliarden Euro (3,16 Billionen Yen) vermelden. Auslöser waren unter anderem Abschläge auf Beteiligungen an der E-Commerce-Plattform Coupang und dem Essenslieferdienst Doordash.

„Dies ist der größte Quartalsverlust unserer Geschichte, und wir nehmen ihn sehr ernst“, sagte Son laut dem Handelsblatt bei der Präsentation der Zahlen. Son, Gründer und Chef von Softbank, hatte das Unternehmen unter anderem über den Investitionsfonds Vision Fund zu einem der größten Tech-Investoren weltweit gemacht. In der Vergangenheit verbrannte er sich die Finger unter anderem an einer Milliardeninvestition in die Büroimmobilien-Firma Wework.

Nun scheint die Krise bei Softbank allerdings gravierender zu sein. Konkret werde das Entlassungen im Herzstück von Softbank – den beiden Vision Funds – bedeuten, so das Handelsblatt. Außerdem stünden Einsparungen auf Unternehmensebene an.

Startup-Winter könnte länger andauern

Doch damit nicht genug: Laut Medienberichten fand Son bei der Präsentation wenig versöhnliche Worte für die Startup-Branche. Er vermutete, dass der Startup-Winter noch länger anhalten könnte, sollten Unicorn-Gründer an ihren Bewertungen festhalten: „Die Chefs von Einhörnern glauben immer noch an ihre Bewertungen und akzeptieren nicht, dass ihre Bewertungen tiefer sinken könnten, als sie denken“, sagte er laut dem US-Portal Techcrunch. Solange private Unternehmen um ein vielfaches höher bewertet seien als börsennotierte Firmen, werde er abwarten.

Softbanks Vision Funds würden künftig außerdem wesentlich selektiver investieren und mehr Geld vorhalten. Schon im zweiten Quartal dieses Jahres hatte das Unternehmen nur noch rund 588 Millionen Euro (600 Millionen US-Dollar) in Startups investiert – ein Bruchteil der Summe des Vorjahresquartals.

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Verluste bei Coupang, Doordash und Klarna

Die Verluste im Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal sind hoch. Allein auf den Anteil an Coupang kommt ein Verlust von rund 2,1 Milliarden Euro (293,4 Milliarden Yen). Die Beteiligungen an Doordash und der Software-Firma Sensetime schlugen mit einem Minus von jeweils 1,6 Milliarden Euro (220,7 Milliarden Yen) und gut 1,7 Milliarden Euro (235,9 Milliarden Yen) zu Buche. In der Vergangenheit hatten die Anteile Softbank durch steigende Kurse hohe Buchgewinne gebracht. Auch ungünstige Wechselkurse machten dem Unternehmen zu schaffen: Den Verlust bezifferte Softbank am Montag auf rund 5,97 Milliarden Euro (820 Milliarden Yen).

Softbank ist auch ein Investor bei vielen nicht an der Börse notierten Unternehmen wie dem schwedischen Fintech Klarna oder Bytedance, dem chinesischen Besitzer der Video-App Tiktok. Auch dort gibt es Rückgänge zu verzeichnen: So musste Klarna in der jüngsten Finanzierungsrunde einen Abschlag von 85 Prozent auf die Gesamtbewertung im Vergleich zur erst ein Jahr zurückliegenden vorherigen Geldspritze hinnehmen.

Aktuell bereitet Softbank den Börsengang des Chip-Designers Arm vor, dessen Halbleiter-Architektur praktisch in allen Smartphones und Tablet-Computern zum Einsatz kommt. Softbank hatte Arm im Jahr 2016 für rund 32 Milliarden Dollar übernommen. Zwischenzeitlich war der Verkauf an die Chip-Konzern Nvidia geplant, was jedoch an Bedenken von Wettbewerbshütern scheiterte. Für eine große Aktienplatzierung sind die Marktbedingungen aktuell allerdings ungünstig.

mit Material der dpa

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