September 26, 2022
Selbstständig nach Feierabend: So gelingt der Einstieg spielend leicht

Gerade bei neuen Geschäftsmodellen sei zudem es oft unklar, wie der Markt darauf reagiere. Eine Nebentätigkeit ermöglicht es, das ohne Risiko auszutesten: „Ein Side Hustle kann der perfekte Weg sein, einen Testballon zu starten und ein Gefühl für den Job zu bekommen“, sagt der Experte. Läuft alles gut, kann man die Tätigkeit weiter ausbauen. (Lesen Sie auch: Vorstellungsgespräch: So sollten Sie über Misserfolge und Fehler sprechen)

Als Einstieg ausmisten und Trödel verkaufen

Es gibt viele Möglichkeiten, um sich ganz nebenbei selbstständig zu machen: „Wer erkennt, wie viele Vorteile ein Nebeneinkommen mit sich bringt, wird automatisch nach Optionen Ausschau halten“, sagt der Autor. „Ein guter Einstieg könnte es zum Beispiel sein, in seiner Wohnung, der Garage oder im Keller auszumisten.“

Das schafft nicht nur Raum und frische Energie, sondern bringt auch Geld: „Mit dem Trödel kann man auf einen Flohmarkt gehen, das Verkaufen auf Ebay üben oder auch Apps wie Momox kennenlernen und nutzen“, sagt der Experte. (Auch interessant: Homeoffice: Studie zeigt, was einige während der Arbeitszeit wirklich machen)

Sich Nebentätigkeiten mit freier Zeiteinteilung suchen

Viele Menschen suchen sich zudem bewusst eine Nebentätigkeit, die einen Ausgleich zum Hauptjob schafft. „Der Sachbearbeiter wird zum Guerilla-Gärtner, die IT-Expertin zur Messerschleiferin“, gibt Schmid zwei Beispiele. „Andere wollen ihre speziellen Talente oder Interessen nutzen und probieren sich zum Beispiel als Cost Cutting Consultant oder Gebrauchtwagenflüsterer aus.“

Grundsätzlich sind Schmid zufolge Tätigkeiten am besten geeignet, bei denen es möglich ist, sich seine Zeit frei einzuteilen. „So können Stress und Konflikte mit dem Hauptjob vermieden werden.“ (Auch lesenswert: Darf ich eigentlich neben dem Job arbeiten?)

Nebenjob als Ausgleich, nicht als Stressfaktor

Viele Menschen klagen allerdings auch darüber, dass sie viel Stress bei der Arbeit haben, Teams unterbesetzt sind und die Fülle der Aufgaben zugenommen hat, die pro Tag zu bewältigen ist. Deshalb ist es wichtig, dass eine Nebentätigkeit tatsächlich einen Ausgleich schafft und den Stresspegel nicht noch weiter in die Höhe treibt.

„Wer beruflich viel Stress hat, sollte sich einen Side Hustle suchen, der ihn entschleunigt“, rät Schmid: „Der Projektmanager, der den ganzen Tag am Rechner hockt, könnte zum Beispiel nebenbei als Dogwalker arbeiten. Die Bankkauffrau, die sich nach Abwechslung sehnt, könnte sich eine handwerkliche Tätigkeit suchen.“

Schmids Erfahrung nach fühlen sich die meisten Feierabendbosse durch ihre Nebentätigkeit allerdings ohnehin nicht noch zusätzlich gestresst, sondern eher entspannt. „Für manche ist der Side Hustle der Einstieg ins Unternehmertum oder die Selbstständigkeit“, sagt er. „Für andere ist es eine willkommene Abwechslung zum 9 to 5 und eine Spielwiese für ihre Kreativität.“ (Lesen Sie auch: Dienstreisen, Seminare, Feiern: Was zählt eigentlich zur Arbeitszeit?)

Manchmal ist eine Genehmigung notwendig

Manche Arbeitnehmende scheuen allerdings auch den Schritt in die nebenberufliche Selbstständigkeit, weil ihr Arbeitsvertrag vorsieht, dass sie dafür eine Genehmigung ihres Unternehmens benötigen. 

Praktisch komme es dabei aber eher selten zu Problemen, ist die Erfahrung von Schmid: „Erfahrungsgemäß ist es so, dass zwar viele annehmen, der Nebenjob zum Beispiel als Hochzeits-DJ könnte problematisch sein, die Arbeitgeber es aber de facto akzeptieren.“ Im Zweifel kann man auch vor dem Start die Personalabteilung fragen, in welchen Bereichen es Probleme geben könnte. (Auch interessant: Ärger im Job: 6 Dinge, gegen die Sie sich wehren sollten)

Umgekehrt könnte man allerdings auch überlegen, ob man für den passenden Arbeitgeber tätig ist, falls es bei Nebentätigkeiten grundsätzlich zu Ärger und Schwierigkeiten kommt und der Arbeitgeber keine Freiräume bietet, um sich zu entfalten und Erfahrungen als Unternehmer*in zu machen, gibt Schmid zu bedenken: „Vielleicht ist es dann an der Zeit, sich nach einem neuen Job umzuschauen.“

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