October 6, 2022
NFC-Startup Pagopace bekommt DHDL-Deal mit Carsten Maschmeyer

Mit ihrem kontaktlosen Bezahlring Pago hat das Kölner Startup Carsten Maschmeyer in der TV-Show überzeugt. Wie es jetzt weitergeht.

Die Gründer von Pagopace Lukas Schmitz (v.l.), Steffen Kirilmaz und Bernhard Wernberger stellen ihren Bezahlring in der TV-Show

Die Gründer von Pagopace Lukas Schmitz (v.l.), Steffen Kirilmaz und Bernhard Wernberger stellen ihren Bezahlring in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ vor.

RTL / Frank W. Hempel

Die aufblasbaren Gummi-Löwen im Schaufenster ihres neu eröffneten Ladenlokals in Köln und der Stapel Bierkästen an der Treppe zum Büro deuten an, was in den Gründern Lukas Schmitz und Steffen Kirilmaz vom Startup Pagopace vorgeht: Pure Erleichterung, Stolz und Feierlaune nach arbeitsintensiven Wochen. Über ein halbes Jahr haben die Kölner gewartet, bis sie ihre Teilnahme bei der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ in den sozialen Medien verkünden konnten. Am Montagabend wollen sie mit Familie und Freunden auf ihren TV-Auftritt anstoßen.

Zum neuen DHDL-Staffelauftakt stellten Schmitz, Kirilmaz und ihr drittes Teammitglied Bernhard Wernberger ihre Keramikringe für kontaktloses Bezahlen den Juroren vor – ihr erster Pitch vor Investoren, denn bislang haben die Gründer ihr Startup komplett mit Eigenkapital finanziert. „Das war schon eine Riesenanspannung, wenn man überlegt, wie viel Know-How in der Jury sitzt“, erzählt Schmitz. „Wir wollten natürlich top vorbereitet sein und die richtigen Antworten geben.“

Der Pago ist ein schlichter, robuster Ring, der mit einem NFC-Chip ausgestattet ist und so Transaktionen an der Kasse verschlüsselt durchführen kann. Das Tool soll die lästige Suche nach dem Geldbeutel beim Einkaufen abschaffen und braucht im Gegensatz zu anderen Wearables wie Smartwatches nicht aufgeladen werden. Nutzer müssen den Ring im Abstand von drei Zentimetern an ein Kartenlesegerät halten, damit eine Zahlung erfasst wird. Um den Ring einzurichten, erstellen Kunden vorab eine virtuelle Kreditkarte über die App Vimpay, auf die sie Geld überweisen.

Maschmeyer verlangt 20 Prozent der Anteile

Aufgrund seiner Verbindungen im Banking- und Finance-Bereich setzten die Pagopace-Gründer auf Investor Carsten Maschmeyer, der ihnen wenig später einen Deal vorschlug: 200.000 Euro für 15 Prozent der Unternehmensanteile. Da die Gründer mithilfe von Maschmeyer vor allem die Internationalisierung des Bezahlrings in fünf weiteren Ländern schaffen wollen, stellte der Investor eine weitere Bedingung auf: Sollten die Meilensteine gelingen, müsste sich seine Beteiligung auf 20 Prozent erhöhen. Die Kölner akzeptierten. „Wir sind froh, dass wir unseren Wunschlöwen begeistern konnten“, sagt Kirilmaz.

Lest auch

Ob es nach der Show zum Vertragsabschluss gekommen ist, möchten Schmitz und Kirilmaz auf Nachfrage von Gründerszene allerdings nicht sagen. Auch Carsten Maschmeyer äußert sich bislang nicht zum Ausgang des Deals. Klar ist: Inzwischen hat sich der Pago deutlich verändert. So kooperiert das Startup nun direkt mit Kreditinstituten: Kunden der Comdirect, Consorsbank und von einigen Filialen der Volksbank können ihre Kreditkarten sofort mit dem Bezahlring vernetzen, ohne zunächst eine virtuelle Karte aufladen zu müssen. Darüber hinaus arbeitet Pagopace mit dem Fintech Curve zusammen. Mit der App können Kunden ihre Visa- und Mastercards verschiedener Banken auf einer Blanko-Karte zusammenführen und somit bei jeder Transaktion steuern, von welcher Karte abgebucht werden soll – der Pago führt den Bezahlvorgang automatisch aus. Weiterhin ist es möglich, eine Prepaid-Karte über Vimpay zu erstellen.

Über 10.000 verkaufte Ringe seit Shop-Launch im Herbst 2021

Neben dem Verkauf über ihren Onlineshop haben Schmitz, Kirilmaz und Wernberger seit Anfang Juli ihren ersten Flagship-Store in der Kölner Innenstadt eröffnet. Dort können sich Pago-Interessenten in minimalistischer Apple-Store-Optik die 99 Euro teuren Ringe ansehen und sie anprobieren, bevor sie sich zum Kauf entscheiden. Die Ringe sind in den Farben schwarz, weiß, rosa, blau und schwarz-metallic erhältlich. „Am Tag kommen viele Kunden vorbei, wir merken, dass sich der Pago rumspricht und unser Laden immer besser angenommen wird,“ berichtet Schmitz. Manche Kunden würden aus Frankfurt und Stuttgart anreisen, so der Gründer. Insgesamt hat das Startup seit dem Online-Verkaufsstart im September 2021 nach eigenen Angaben eine fünfstellige Anzahl an Ringen verkauft.

Ob es neben Köln auch noch weitere Ladenlokale in deutschen Städten, zum Beispiel in Berlin, geben sollte, haben die Gründer mit den Löwen in der Sendung viel diskutiert. „Wir sind dafür offen, wollen aber erstmal schauen, wie es hier ankommt“, so Kirilmaz.

Investor Ralf Dümmel warf ein, dass sich Pagopace außerdem für den Handel öffnen sollte, neben der Vermarktung über den eigenen Shop also auch in den B2B-Markt einsteigen sollte. „Das ist definitiv eine Sache, mit der wir uns beschäftigen werden und die wir analysieren“, erklärt Kirilmaz. Nun wollen sich die Kölner erstmal auf ihre Expansion konzentrieren – und auf den möglichen Kunden-Ansturm nach DHDL. Dazu Schmitz: „Wir sind für alles gewappnet.“

Read More

Leave a Reply

Your email address will not be published.