September 28, 2022
Nach Millioneninvestition für Adam Neumann: US-Medien kritisieren Gründerkult

Die Investition würde die Zuneigung des Silicon Valley zu „frei denkenden, ausgabefreudigen Startup-Gründern“ zeigen, hieß es. Außerdem: Neue Krypto-Richtlinien in den USA und Amazon fühlt sich „gemobbt“.

Adam Neumanns Aufstieg und Fall bei Wework wurden sogar verfilmt.

Adam Neumanns Aufstieg und Fall bei Wework wurden sogar verfilmt.

Michael Kovac/Getty Images for WeWork

Guten Morgen! Während ihr geschlafen habt, ging andernorts die Arbeit in der Digitalszene weiter.

Die Top-Themen:

Mehrere US-Medien haben hinterfragt, wieso ein Gründer wie Adam Neumann trotz seiner Saga beim Büroraumvermittler Wework erneut Millionen für ein neues Startup erhält. Sein Projekt namens Flow bekommt Rückendeckung von der prominenten Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz. Bei dem Investment fließt zudem keine kleine Summe: Die rund 350 Millionen US-Dollar sind laut der „New York Times“ der größte Scheck, der je für eine einzelne Finanzierungsrunde in der Geschichte des Fonds ausgestellt wurde. Dabei ist das Mietprojekt Flow noch nicht mal an den Start gegangen.

Die „gigantische neue Risikokapitalinvestition“ zeige, dass „die Zuneigung des Silicon Valley zu frei denkenden, ausgabefreudigen Startup-Gründern selbst in einem Bärenmarkt“ anhalte, hieß es bei „Axios“. Und weiter: „Neumanns Comeback zeigt, dass die Leute, die Tech-Kapital lenken, immer noch glauben, dass die wertvollsten Ressourcen der Branche unternehmerische Erfahrung und epische Dreistigkeit sind.“ Auch das Tech-Medium „Techcrunch“ kritisierte die Investition: „Die Nachrichten rücken die Realität in ein grelles Licht“, schrieb das Medium. Einige Gründer seien erschöpft davon, gegen die „Betondecke anzugehen“, wo Geschlecht, Rasse und sozioökonomische Bedingungen eine diskriminierende Barriere schaffen würden. [Mehr bei Axios und Techcrunch]

Auf Gründerszene: Noch Anfang 2020 entließ das Fitness-Startup Egym mehr als ein Fünftel seiner Angestellten. Bei nachfolgenden Finanzierungsrunden litt die Bewertung des Unternehmens. Heute läuft es besser denn je: Egym könnte sogar Ende dieses Jahres an die Börse gehen, hofft der CEO. Redakteurin Lisa Ksienrzyk hat sich das Münchner Unternehmen genauer angesehen. [Mehr bei Gründerszene+]   

Und hier die weiteren Schlagzeilen der Nacht:

Kryptowährungen: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat Richtlinien aufgestellt, wie Banken mit Kryptowährungen umgehen sollen. So müssen alle Finanzinstitute, die mit Kryptowährungen handeln wollen, künftig die Fed vorab informieren. Sämtliche Transaktionen müssen rechtskonform sein und den Verbraucher schützen. Wichtig sei dabei die Verfügbarkeit von Risikomanagementsystemen, hieß es. Diese sollen sicherstellen, dass die Vermögenswerte aufgrund ihrer Volatilität nicht den Verbraucherschutz verletzen. [Mehr bei Handelsblatt]

Amazon beschuldigt die US-amerikanische Kartellbehörde FTC, den Vorstandsvorsitzenden Jeff Bezos und CEO Andy Jassy zu „mobben“. Die FTC forderte Bezos und Jassy auf, bei ihrer Untersuchung des Prime-Abonnementgeschäfts des Unternehmens auszusagen. Die FTC untersucht, ob der Prozess, wie Nutzer ihre Prime-Abonnements anmelden oder kündigen, irreführend sein könnte. Business Insider hatte im März auf interne Dokumente hingewiesen. Diese zeigten, dass „das Unternehmen seit mindestens 2017 besorgt darüber ist, dass Benutzeroberflächendesigns auf Amazon.com Kunden dazu veranlassen, sich manipuliert zu fühlen, sich bei Prime anzumelden“. [Mehr bei Wall Street Journal und CNBC]

Ola Electric will 2024 ein vollelektrisches Fahrzeug auf den Markt bringen. Das neue Modell des indischen Elektroautobauers soll nach eigenen Angaben in vier Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen können und eine Reichweite von über 500 Kilometern pro Ladung haben. Ola Electric ist ein Tochterunternehmen des 2011 gegründeten Fahrdienstvermittlers Ola. Sowohl Ola als auch Ola Electric wurden von dem japanischen Techinvestor Softbank mitfinanziert. Indien, das auf dem besten Weg ist, nächstes Jahr das bevölkerungsreichste Land der Erde zu werden, ist in Bezug auf Elektroautos ein noch relativ unerschlossener Markt. [Mehr bei CNBC]

Meituans Aktien sind am Dienstag um neun Prozent abgestürzt, nachdem die Agentur Reuters berichtete, dass Tencent plane, den Großteil seiner 24-Milliarden-US-Dollar-Beteiligung an dem Unternehmen zu verkaufen. Der chinesische Techkonzern Tencent hält derzeit 17 Prozent an dem chinesischen Lebensmittellieferanten. Tencent soll mit einem Aktienverkauf die inländischen Regulierungsbehörden besänftigen wollen. [Mehr bei Reuters, Wall Street Journal und CNBC]

Celsius, der insolvente Krypto-Kreditgeber, erwägt laut eines Medienberichts Finanzierungsvorschläge, um das Unternehmen doch weiter am Leben zu halten. Die Firma soll bereits Angebote vorliegen haben, um den Umstrukturierungsprozess zu finanzieren. Einige weitere Angebote würden zudem erwartet, hieß es vonseiten eines Anwalts, der die in Florida ansässige Firma vertritt. [Mehr bei Bloomberg]

Unser Lesetipp auf Gründerszene: Ein Bundeswehroffizier will kleine Roboter bauen, um seine Kameraden im Kampf zu unterstützen. Was Marc Wietfeld im Gründerszene-Gespräch erzählt, klingt wie ein Action-Film. [Mehr bei Gründerszene]  

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Einen schönen Mittwoch!

Eure Gründerszene-Redaktion

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