September 28, 2022
Nach Insolvenz: Vantik verkauft Kundenkonten an Fintech-Rivalen
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Nach Insolvenz: Vantik verkauft Kundenkonten an Fintech-Rivalen

  • Profielfoto Daniel Hüfner

Anfang Juni musste Vantik „völlig überraschend“ einen Insolvenzantrag stellen. Nun gibt es Neuigkeiten: Zwei Wettbewerber übernehmen die Kundendepots.

Wettete mit einer Kombination aus Bankkarte und ETF-Depot auf den Fintech-Durchbruch. Vantik-Gründer Til Klein.

Wettete mit einer Kombination aus Bankkarte und ETF-Depot auf den Fintech-Durchbruch. Vantik-Gründer Til Klein.

Vantik

Einen N26-Gründer als frühen Förderer, einen Milliardär in der Gesellschafterliste – das Berliner Fintech Vantik hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das fünf Jahre alte Unternehmen startete 2018 mit einem mobilen Sparkonto für junge Erwachsene. Eingezahlte Beträge steckt das Fintech in einen eigenen Fonds, von wo aus das Kapital wiederum in ein weltweit gestreutes ETF-Portfolio investiert wird. Damit sollen sich Kunden ein Finanzpolster fürs Rentenalter aufbauen. Letztes Jahr erweiterte Vantik sein Angebot zusätzlich um eine Bankkarte, die zum Bezahlen in Geschäften genutzt werden kann.

Trotz Investitionen von mehr als zwei Millionen Euro zündete die Idee jedoch nicht. Anfang Juni meldete Vantik Insolvenz an; Wegen einer „völlig überraschend“ geplatzten Finanzierungsrunde, wie das Unternehmen um Mitgründer Til Klein erklärte. Ziel des Insolvenzverwalters war es, eine gemeinschaftlichen Übernahme unter Beteiligung eines Finanzinvestors zu erreichen.

Evergreen und Vivid kaufen Kundenkonten

Das ist ihm allerdings nicht gelungen. Stattdessen übernehmen die Geldanlage-Fintechs Evergreen und Vivid die Depotkonten der Vantik-Kunden. Diese könnten ihr Depot kostenlos übertragen, ein Depotumzug sei nicht nötig. Bei Evergreen profitieren Kunden laut dem Fintech zudem von günstigeren Konditionen. Um wie viele Konten es sich insgesamt handelt und welchen Betrag Evergreen dafür an Vantik zahlt, wollte ein Sprecher auf Nachfrage von Gründerszene nicht kommentieren. Nur so viel: Es soll sich um eine Gebühr „im Rahmen“ handeln. Zudem sei eine Provision für jeden erfolgreichen Depotübertrag vereinbart worden. Insgesamt rechne das Unternehmen mit einer vierstelligen Zahl an Kunden, die ihr Konto bei dem Fintech weiterführen.

Deutlich höher dürfte die Zahl allerdings nicht ausfallen. Nach Informationen des Branchenportals Financefwd soll Vantik zuletzt zwar öffentlich von 20.000 Nutzer gesprochen haben. Davon soll jedoch nur die Hälfte auch ein Depotkonto gehabt haben. Und darauf wiederum seien einige Probekonten entfallen. Demzufolge war das Berliner Fintech kleiner als lange Zeit angenommen.

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Nun wird sich zeigen, ob die übernehmenden Fintechs Evergreen und Vivid mit Produkte langfristig erfolgreich sein werden. Für Evergreen ist es bereits die zweite Übernahme von Depotkonten innerhalb weniger Wochen. Erst im Juli hatte das Unternehmen die Konten von Rubarb übernommen, ein ebenfalls auf die Geldanlage mit Aktienfonds spezialisiertes Fintech aus Hamburg. Die beiden Zukäufe ausgenommen, zählt Evergreen nach Eigenangaben rund 5.000 aktive Kunden. Weitere Übernahmen seien nicht ausgeschlossen.

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