September 25, 2022
Mandiant gehört jetzt zur Google Cloud

Die IT-Sicherheitsfirma Mandiant gehört jetzt zum Alphabet-Konzern. Den im März angekündigten Kauf Mandiants zum Preis von 5,4 Milliarden US-Dollar hat Google nun vollzogen (“Closing”). Mandiant analysiert IT-Angriffe und hilft Unternehmen bei der Gegenwehr. Das Unternehmen wird Teil der Cloud-Sparte Googles, die Marke Mandiant wird aber weitergeführt.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt Mandiant im Zuge der Aufarbeitung des Sony-Pictures-Hacks sowie des vermeidbaren Megahacks bei Equifax. Mandiant wurde 2004 gegründet und Anfang 2014 für knapp eine Milliarde Dollar von FireEye übernommen. Vergangenes Jahr wurde das Unternehmen wieder aufgespalten: Das Geschäft mit Produkten für Netzwerk-, E-Mail-, Endpoint- und Cloudsicherheit ist unter dem Namen FireEye für 1,2 Milliarden Dollar an ein Investmentunternehmen gegangen.

Digitale Forensik und Incident Response verblieben beim jetzt von Google gekauften Firmenteil unter dem Namen Mandiant. Es ist der zweitgrößte Zukauf in Googles Geschichte, nur die Übernahme Motorolas’ Handysparte Motorola Mobility im Jahr 2011 für 12,5 Milliarden US-Dollar war teurer.

Die Übernahme war aus wettbewerbsrechtlichen Überlegungen umstritten, doch im Juli hat das US-Justizministerium die Mandiant-Übernahme durch Google dennoch genehmigt. Medienberichten zufolge hatte auch Microsoft Interesse an einer Mandiant-Übernahme, wurde aber von Google ausgestochen. Noch anhängig ist die Klage eines Mandiant-Aktionärs, der sich über sein Investment in die Irre geführt fühlt und den Verkauf zu verhindern suchte. Vergebens. Das Verfahren heißt Nick Pucek v. Mandiant und ist am Delaware Court of Chancery unter dem Az. 2022-0476 anhängig.

Ende 2020 war Mandiant – damals als FireEye – selbst Ziel eines schweren Hackerangriffs, bei der das firmeneigene Arsenal an Angriffswerkzeugen Fireyes geplündert wurde. FireEye musste Hunderte Gegenmaßnahmen gegen die eigenen IT-Waffen veröffentlichen, um mögliche Betroffene zu schützen. Wenige Tage später machte das Unternehmen dann öffentlich, dass die gleichen Angreifer auch für eine noch viel weiter reichende Attacke verantwortlich waren: den SolarWinds-Hack.

(ds)

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