October 6, 2022
Kurswechsel: Tier Mobility entlässt 180 Mitarbeiter

Nach der Expansion tritt der Berliner E-Scooter-Verleiher auf die Bremse. Außerdem: Twitter bekommt Gegenwind von einem Whistleblower und Apples Indien-Produktion holt zu China auf.

Aktuell ist Tier in über 250 Städten in 22 Ländern vertreten.

Aktuell ist Tier in über 250 Städten in 22 Ländern vertreten.

Tier Mobility

Guten Morgen! Während ihr geschlafen habt, ging andernorts die Arbeit in der Digitalszene weiter.

Die Top-Themen:

Tier Mobility war eben noch am Expandieren, jetzt muss das Berliner Mobilitäts-Startup kräftig auf die Bremse treten. 180 Angestellte müssen das Unternehmen verlassen, dies entspricht etwa 16 Prozent der Belegschaft. CEO und Mitgründer Lawrence Leuschner machte die Massenentlassungen über das Karrierenetzwerk Linkedin bekannt und warb gleichzeitig für die Mitarbeiter, die er gehen lassen muss: Über eine sogenannte Alumni-Seite will er ihnen helfen, neue Jobs zu finden.

Der E-Scooter-, E-Bike- und E-Moped-Verleiher leidet wie so viele andere Startups unter dem derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld. Der Expansionskurs – zuvor hatten die Berliner die Firmen Makery, Wind Mobility, Nextbike, Spin und Fantasmo Studios übernommen – muss deswegen vorübergehend auf Eis gelegt werden. Stattdessen muss die Firma auf Profitabilität setzen. Erst im Oktober waren die Berliner nach einer Finanzspritze von Softbank und Mubadala Capital noch auf einen Wert von zwei Milliarden US-Dollar geschätzt worden. [Mehr bei Manager Magazin]

Auf Gründerszene: So viel Urlaub machen, wie ihr wollt und trotzdem weiter bezahlt werden? Der Trend aus den USA ist inzwischen auch bei deutschen Firmen angekommen. Jedoch hat das Modell auch Tücken, wie uns eine Betroffene erzählt hat. Im Artikel unserer Kollegin Sarah Heuberger lest ihr, wieso der unbegrenzte Urlaub oft mehr Schein als Sein ist. Und ob es auch positive Beispiele gibt. [Mehr bei Gründerszene+

Und hier die weiteren Schlagzeilen der Nacht:

Twitter wird von einem Whistleblower wegen „extremer, ungeheuerlicher Mängel“ in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit und Inhaltsmoderation angeklagt. Die Beschwerde wurde bei der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC, der Handelskommission FTC und dem Justizministerium eingereicht. Der Whistleblower ist der ehemalige Sicherheitschef von Twitter, Peiter „Mudge“ Zatko. Er wird von der Kanzlei Whistleblower Aid unterstützt, die auch die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen vertreten hat. [Mehr bei Washington Post]

Apple plant, zwei Monate nach dem Start in China mit der Herstellung des iPhone 14 in Indien zu beginnen. Letzteres ist laut eines Medienberichts ein Hinweis darauf, dass die Fertigungskapazität in Indien die chinesische einholt. Zuvor hatte die Produktion in Indien immer erst mit einer sechs- bis neunmonatigen Verzögerung begonnen. Doch Apple versucht – wie andere Elektronikhersteller auch – seine Lieferkette zu diversifizieren. Dabei geht es darum, sich gegen die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China und logistische Störungen durch Covid-Lockdowns abzusichern. [Mehr bei Bloomberg]

Datarobot, ein US-amerikanisches Startup für Künstliche Intelligenz, entlässt 26 Prozent seiner Mitarbeiter, um Kosten zu senken. Weitere sieben Prozent der Mitarbeiter haben zugestimmt, freiwillig zu gehen. Datarobot soll in den USA zwischen 800 und 900 Mitarbeiter haben. Dies ist bereits die zweite Entlassungsrunde seit Beginn des Jahres. Außerdem verlor das Unternehmen Anfang August einen Großteil seiner Führungsetage. [Mehr bei The Information]

Coinbase will laut eines Medienberichts weiter Kosten senken, um den derzeitigen „Krypto-Winter“ zu überstehen. Dies sagte der CEO der Krypto-Börse, Brian Armstrong, im Interview mit dem US-Sender CNBC. Die Aktien der Firma haben in diesem Jahr mehr als 70 Prozent ihres Werts verloren, nachdem Bitcoin und Ethereum eingebrochen sind. Armstrong sagte, der Abschwung sei nicht ungewöhnlich, Coinbase habe in den zehn Jahren seit Gründung des Unternehmens vier Abwärtszyklen durchgemacht. Im Juni musste Coinbase bereits 18 Prozent seiner Belegschaft abbauen. Armstrong betonte, dass die Entlassungen ein einmaliges Ereignis sein sollten, aber dass „alles passieren könnte“. [Mehr bei CNBC]

JD.com hat im zweiten Quartal die Umsatz- und Gewinnerwartungen übertroffen: Insgesamt kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 40 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig verzeichnete die chinesische Firma im Jahresvergleich aber auch das langsamste Umsatzwachstum seit ihrer Gründung. Der Online-Händler bekommt damit – wie andere chinesische Firmen auch – die Wirtschaftsabschwächung zu spüren, die die strengen Covid-Restriktionen in China ausgelöst haben. [Mehr bei CNBC]

Unser Lesetipp auf Gründerszene: Dario Manns, Marco Kreuzer und Alexander Engelfried haben die Drohnenfliegerei während ihres Studiums für sich entdeckt. Jetzt starten sie mit dem Münchner Startup Fairfleet durch und konnten die EU als Kunde gewinnen: Doch Bürokratie bereitet dem Team Kopfschmerzen. [Mehr bei Gründerszene]  

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Einen schönen Mittwoch!

Eure Gründerszene-Redaktion

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