October 6, 2022
“Keep Breathing”: Das bedeutet das Ende der Mystery-Serie auf Netflix

Darüber hinaus wird die Serie auf drei verschiedenen Zeitebenen erzählt, der Gegenwart, in der Liv versuchen muss, einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden, der jüngsten Vergangenheit, also der Zeit unmittelbar vor ihrem Abflug, und der lange zurückliegenden Vergangenheit, Livs Kindheit.

Das bedeutet das Ende von “Keep Breathing”

Die Miniserie, die aus sechs Folgen zu 30 Minuten Laufzeit besteht, endet mit einer dramatischen Auflösung. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir bereits, dass Liv mit dem Ziel, sich mit ihrer Mutter zu treffen, in das Unglücksflugzeug gestiegen ist. Dass diese aufgrund ihrer eigenen Krankheit nie in der Lage war, sich wirklich um Liv zu kümmern, ihr Geborgenheit, Liebe und Schutz zu bieten, hat drastische Auswirkungen auf Livs Leben gehabt und sie mit einem schlechten Selbstwertgefühl aufwachsen lassen. Zudem erfahren wir im Lauf der Serie, dass Liv schwanger ist und sich Sorgen macht, ob sie eine gute Mutter sein wird. (Auch interessant: “Purple Hearts”: Darum liegt diesem Netflix-Film gerade die ganze Welt zu Füßen)

Livs Erlebnisse in der Wildnis sind also letztlich eine Analogie des Überlebenskampfes, den sie im Geiste jeden Tag führen muss – was für das große Finale von erheblicher Bedeutung ist, denn: Nachdem sich Liv mit dem Geist ihres verstorbenen Vaters ausgesprochen hat, der ihr dieselben tröstenden Worte sagt, wie sie ihm damals an seinem Sterbebett – dass es okay ist, den Kampf aufzugeben – springt sie in den Fluss und wird von ihm mitgerissen. Dabei verliert sie das Bewusstsein und sieht ihr Leben vor ihren Augen vorbeiziehen, allerdings nicht nur das, was sie bereits erlebt hat, sondern auch die Zukunft, die ihr entgeht, wenn sie den Kampf ums Überleben aufgibt: Sie sieht sich und ihren Freund Danny mit ihrem neugeborenen Kind im Arm haltend; daraufhin lässt Liv die Postkarten los, die ihre Mutter ihr geschrieben hat und mit denen sie selbige bei ihrem bevorstehenden Treffen konfrontieren wollte. Kurze Zeit später wird sie von zwei fremden Männern aus dem Wasser gezogen. Die Netflix-Serie endet damit, dass Liv am Ufer des Flusses ihre Augen öffnet.  

Die verkorkste Beziehung zu ihrer Mutter hat Liv (Melissa Barrera) ihr Leben lang geprägt

RICARDO HUBBS/NETFLIX

Unsere größte Bedrohung ist unsere eigene Psyche

Liv wird also sowohl im übertragenen als auch im tatsächlichen Sinn gerettet, da sie lernt, die Vergangenheit loszulassen und sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Nur dadurch kann eine bessere Zukunft eine Chance haben. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Liv, obwohl sie in der kanadischen Wildnis völlig abgeschieden und von Raubtieren wie Bären und Wölfen umgeben ist, bis zum großen Finale nie wirklich um ihr Leben fürchten muss. Die größte Bedrohung für die junge Frau war in der Tat ihre Psyche. 

Man könnte sich deshalb abschließend auch die Frage stellen, ob sich der Absturz und die Tage in der Wildnis überhaupt zugetragen haben, oder ob sie nur ein Traum waren. Schließlich war auch der Absturz in der Mystery-Serie “LOST” nicht das, was er über sechs Staffeln lang zu sein schien, ebenso wenig wie das Flugzeugunglück in der Amazon-Serie “The Wilds”…

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