October 6, 2022
Jella Haase als “Kleo” auf Netflix: Heul leise, Honecker!

Jella Haase ist “Kleo”, ab 19. August auf Netflix, mit Vladimir Burlakov, Dimitrij Schaad, nach einer Idee von u. a. Hanno Hackfort (“4 Blocks”) 

Jella Haase zeigt als “Kleo” gleich beim ersten Auftrag, bei dem wir die Stasi-Agentin beobachten dürfen, dass ihr das Liquidieren recht leicht von der Hand geht. Wir befinden uns im Jahr 1987, als Kleo sich am Tresen der legendären West-Berliner Diskothek “Big Eden” platziert, sich dann in einem kurzen weißen Kleid die Aufmerksamkeit eines Mannes ertanzt, mit dem sie dann auf eine Toilette verschwindet. Die beiden ziehen eine Line Kokain, was der Mann allerdings nicht überlebt. Sofort läuft ihm Blut aus Nase und Augen. Kleos Koks war vergiftet. 

Sie schaut dem Mann beim Sterben mit der Genugtuung eines gelungenen Jobs zu. Dann steigt sie elegant mit ihren High Heels über ihn hinweg, als habe sie nichts mit der blutigen Schweinerei zu tun. Mit einem Walkman auf dem Kopf spaziert sie zurück auf die andere Seite des antifaschistischen Schutzwalls. (Lesen Sie auch: Für dieses außergewöhnliche Haus hat Brad Pitt eine Rekordsumme ausgegeben)  

Jella Haase in “Kleo”: Das Liquidieren geht ihr leicht von der Hand 

Netflix

Netflix-Serie “Kleo”: Geheime Stasi-Einheit als schlagkräftiges Killer-Squad

Worum es bei dem Auftragsmord ging? Sich selbst bezeichnet Kleo gerne als Tschekistin. So wurden Mitarbeiter der Geheimdienste des Ostbocks genannt. Und “eine Tschekistin weiß immer nur so viel, wie sie wissen muss”. Das Wissensdefizit zwischen sich selbst und dem DDR-Regime wird Kleo allerdings bald selbst zum Verhängnis. Die Stasi lässt sie verhaften und ins Gefängnis sperren. 

Die Art und Weise wie die Serie geheime Stasi-Einheiten als Mischung aus schlagkräftigem Killer-Squad und total schrulliger NVA-Nostalgie darstellt, birgt das Geheimnis der gesamten Serie. Es wird gar nicht erst der Versuch unternommen, die Geschichte vom Ende der DDR historisch oder politisch korrekt zu erzählen. Die Handlung schlägt irrwitzige Kapriolen, dass sie definitiv nicht ernst genommen werden will, sondern vor allem amüsieren soll. Aber gerade, wenn man sich mit der Serie als Wende-Action-Klamotte eingerichtet hat, passiert Kleo etwas, was an die Tragik einer jeden Geschichte erinnert, die in Unrechtsregimen spielt: Der Terror gegen das eigene Volk. (Lesen Sie auch: “Bullet Train” im Kino: Brad Pitts schönste Entgleisung)  

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