October 6, 2022
In ihr junges Startup steckt der Revolut-Investor sein Geld

Neun von zehn der unter 30-Jährigen möchten irgendwann in der eigenen Immobilie leben, glauben die Justhome-Gründer. Daher wollen sie die Finanzierung des Eigenheims einfacher machen.

Wollen den Traum der eigenen Immobilie näher bringen: die Justhome-Gründer Martin Mehlitz, Marc Rustige und Johannes Fenner

Wollen den Traum der eigenen Immobilie näher bringen: die Justhome-Gründer Martin Mehlitz, Marc Rustige und Johannes Fenner

Justhome

„Ich saß mit Jogginghose in meinem alten Kinderzimmer und hatte nichts außer einer Idee. Das war echt herausfordernd“, erinnert sich Johannes Fenner. Und ist gleichzeitig stolz auf die Szene, denn es war die Geburtsstunde seines Immobilien-Startups Justhome. Sie spielte sich im Jahr 2020 ab, Fenner war damals 32, in Elternzeit und eigentlich eine andere Arbeitsumgebung gewöhnt. Zuvor hatte er beim Axel-Springer-Konzern Strategieprojekte umgesetzt, war im Portfoliomanagement tätig und Assistent des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner.

Nun also die eigene Idee und das eigene Startup. Mit dem Thema Immobilienfinanzierung habe er sich in den Jahren zuvor bereits beschäftigt, so Fenner – und festgestellt, dass es in Großbritannien oder Frankreich viele Startups in diesem Segment gebe. „In Deutschland war der Markt allerdings weitestgehend unbearbeitet und das hat mich angefixt“, sagt er. Vor allem sah er wenige Finanzierungsmöglichkeiten für Menschen, die nicht wohlhabend sind.

Unverhofftes Investoreninteresse

Ein Jahr lang brütete Fenner im Gütersloher Kinderzimmer darüber, wie ein passendes Geschäftsmodell aussehen könnte. Und betrieb immer wieder Ideen-Sparring mit Ricardo Schäfer, der Partner beim Revolut- und Wefox-Investor Target Global ist und sich ebenfalls mit dem Immobilienmarkt auseinandergesetzt hat. Privat hat Schäfer als Business Angel unter anderem bei Habito in Großbritannien investiert, einem Startup ganz auf einer Wellenlänge mit Fenners Idee. Nachdem dieser seine Idee im August 2021 vor dem vor Schäfers Fonds Target Global pitchte, steckte dieser zusammen mit anderen Investoren 3,3 Millionen Euro in Fenners Unternehmen. Auf die Zusage musste Fenner allerdings geduldig warten. „Die Verhandlungen haben bis ins Frühjahr 2022 gedauert“, erinnert sich Fenner.

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In dieser Zeit holte Fenner sich Verstärkung. Über einen gemeinsamen Freund lernte er seinen Mitgründer Martin Mehlitz kennen, der bereits in unterschiedlichen Tech-Projekten Erfahrung gesammelt hatte und seine Kontakte nutzte. „Martin hat gleich ein ganzes Tech-Team mitgebracht“, sagt Fenner. Etwas später stieß Marc Rustige zur Gründerriege hinzu, um sich künftig um die Bereiche Product, Marketing, Analytics und Finance zu kümmern. 15 Personen arbeiten heute am Angebot von Justhome.

Die Plattform soll den gesamten Immobilien-Kaufprozess abdecken. „Dabei geht es zum einen um die Kreditvermittlung“, sagt Fenner. Justhome bietet dazu ein Portal an, auf dem Interessierte sich zu Möglichkeiten und Konditionen zum Thema Hauskauf informieren können. „Zum anderen wollen wir aber auch eigene Finanzprodukte für Menschen schaffen, die nicht über größere Mengen an Eigenkapital verfügen“, so der Justhome-Gründer. Dafür sei das Startup gerade auf der Suche nach Banken, die als Partner infrage kämen.

Keine versteckten Provisionseinnahmen

Gegenüber ihren Wettbewerbern – typischerweise die traditionellen Angebote der Banken –, wollen Fenner, Mehlitz und Rustige vor allem mit Transparenz punkten. Und dafür zum Beispiel Provisionen offenlegen, die von den Kreditanbietern für die Vermittlung gezahlt werden. Bislang könne man sich oft nicht sicher sein, vom Berater wirklich das beste Angebot zu erhalten – und nicht das, wofür dieser die höchste Provision einstreicht.

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Das Brickwise Team (mit CEO Michael Murg in der Mitte) freut sich auf den Launch im deutschen Immobilienmarkt Anfang nächsten Jahres.

Seit Ende August ist das Justhome-Portal, das im Hintergrund auf die beiden Plattformen der Baufinanzierungsvermittler Interhyp und das zu Hypoport gehörende Dr. Klein zugreift, für Kunden nutzbar. Ganz fertig ist es allerdings noch nicht. „Als nächstes wollen wir einen Nutzerbereich bieten, wo Kunden auch mit unterschiedlichen Finanzierungskonditionen herumspielen können“, erklärt Fenner. Wann das eigene Angebot an Finanzierungsprodukten starten kann, sei allerdings noch nicht klar.

Für sein Unternehmen sieht Fenner gutes Potenzial. Basierend auf Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln schätzt er, dass jährlich mehr als 300.000 Haushalte den Schritt hin zum Eigenheim gehen wollen, aber nicht können. „Neun von zehn der unter 30-Jährigen möchten irgendwann im Eigenheim leben – ein Trend, der sich während der Pandemie verstärkt hat“, so Fenner. Es verwundert nicht, dass ihm solche Gedanken im eigenen Kinderzimmer gekommen sind.

Hinweis: Gründerszene und Business Insider gehören zum Axel-Springer-Konzern.

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