September 25, 2022
heise+ | Was gegen das Artensterben hilft

Bevor sie das Panda-Gehege betreten, ziehen sich Tierpfleger im chinesischen Wolong schwarz-weiße Kostüme über und besprenkeln sich mit Panda-Urin. So wollen sie verhindern, dass sich die Tiere vor dem Auswildern an Menschen gewöhnen. In Neuseeland hatte der Tierschützer Don Merton über Jahre hinweg alle Ratten und andere eingewanderte Säuger auf einer zwei Hektar großen Insel vergiftet, um die letzten fünf Exemplare des Chatham-Trauerschnäppers zu schützen.

In Süddeutschland und Österreich bekommen Waldrapp-Küken Motorgeräusche vorgespielt, um sie auf Ultraleichtflugzeuge zu konditionieren, die sie später über hunderte Kilometer in ihre Überwinterungsgebiete führen sollen. Und um die Eier der wenigen hundert verbliebenen Weißkehl-Kleidervögel auf Hawaii in Sicherheit zu bringen, streiften Tierschützer oft tagelang durch die Wildnis. Hatten sie dann ein Nest gefunden, mussten sie per Hubschrauber eine Aluleiter einfliegen lassen. 130 Personenstunden konnte die Rettung eines einzigen Geleges dauern.

Der Waldrapp ist ein Zugvogel, der mit menschlicher Hilfe das Ziehen wieder erlernen muss.

(Bild: Daniel Zupanc)

Die Beispiele, die der Wissenschaftsjournalist Lothar Frenz in seinem Buch Wer wird überleben? zusammengetragen hat, zeigen: Für die Rettung einiger Tierarten ist dem Menschen kein Aufwand zu groß. Aufopferungsvoller als Homo sapiens hat sich wohl noch nie eine Spezies um andere gekümmert. Dies ist die eine Seite.

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