September 28, 2022
GQ Hype: Diego Lunas Wilde Zeiten

Aus diesem Grund schätzt Luna das Theater, gerade in Mexiko, aber auch so etwas wie „Star Wars“. Zwischen ihm und dem Publikum entsteht eine echte Beziehung. „Es gibt Leute, die haben die letzten drei, vier Shows gesehen, die ich in Mexiko gemacht habe“, sagt er. „Es ist schön, mit ihnen aufwachsen zu dürfen.“

Der Durchbruch mit „Y Tu Mamá También“

Und dann kam die Rolle in „Y Tu Mamá También“, Cuaróns Roadmovie über zwei Teenager und jede Menge Sex. Die homoerotische Message des Films war unmissverständlich. Für Luna und Co-Darsteller García Bernal bedeutete der Film eine neue Stufe des Erfolgs. Sechs Monate lang ging es von einem Filmfestival zum nächsten. „Ich hatte keine Ahnung, wie sich mein Leben verändern würde“, erinnert sich Luna. „Dann erhielten wir den Filmpreis in Venedig. Ich bekam einen Agenten und alles ging Schlag auf Schlag. Reisen nach Europa, Südamerika, Japan und in die USA.“

Eigentlich sind PR-Touren wie diese globalen Blockbustern vorbehalten. Für Luna und García Bernal war der Film wie ein Sechser im Lotto, einer, wie es ihn in jeder Generation nur einmal gibt. „Würde heute jemand mit ‚Y Tu Mamá También‘ ankommen, würde wohl nichts daraus werden“, so García Bernal. „Dieser Film hat uns das Kino nahegebracht. Damals haben wir beide offiziell beschlossen, Schauspieler zu werden.“

Pullover 1.250 €, Prada. Hose 900 €, Umit Benan B+. Uhr (Preis auf Anfrage), Rolex. Halskette 1.650 €, David Yurman.

Es war ein befriedigendes Gefühl für Luna, zu sehen, dass der Film, besonders einer, der so tief in der mexikanischen Geschichte und Kultur verwurzelt war, auf weltweite Resonanz stieß. „Wir erzählten eine sehr spezielle Story mit Untertiteln. Und das Publikum nahm sie an“, sagt er. „Plötzlich wusste ich, dass man es auch mit speziellen Dingen sehr weit schaffen kann.“

„Y Tu Mamá También“ ist heute überall: in GIFs auf Tumblr, auf den Lehrplänen der Filmhochschulen. Als ich Luna erzähle, dass wir den Film in der Oberstufe behandelt hatten, ist er entsetzt.

„Ich war in euren Schulbüchern?“, ruft er mit gespielter Verzweiflung. „Ich bin wirklich alt!“

Luna verfolgt aufmerksam, was sich in der mexikanischen Filmbranche tut. Er hat miterlebt, wie einige Filme aus den späten 90ern oder frühen 00er-Jahren zu Phänomenen wurden und eine Bewegung auslösten – „Sexo, Pudor y Lágrimas“, „Amores Perros“, „Y Tu Mamá También“. „Die Leute sind ins Kino gegangen, um sich selbst und ihre Welt repräsentiert zu sehen“, erklärt er. „Damals gab es nur sehr wenige Filme, die der Staat finanzieren wollte. Diese Art der Kontrolle gibt es jetzt nicht mehr.“

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