September 24, 2022
Das Spar-Fintech der Scholz-Neffen ist insolvent
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Das Spar-Fintech der Scholz-Neffen ist insolvent

ETF, Krypto, pleite: Nur Wochen nach einem Pivot muss Rubarb Insolvenz anmelden. Da hilft auch die Verwandtschaft mit dem Bundeskanzler nicht.

Die Rubarb-Gründer Kelvin Craig, Fabian Scholz und Jakob Scholz

Die Rubarb-Gründer Kelvin Craig, Fabian Scholz und Jakob Scholz

Rubarb

Es holpert im Hause Scholz. Während Bundeskanzler Olaf Scholz in Folge des Ukraine-Krieges unter Druck geraten ist, läuft es auch für seine Neffen Fabian und Jakob Scholz alles andere als rund. Deren Spar-Fintech Rubarb nämlich muss nur 19 Monate nach der Gründung jetzt Insolvenz anmelden. Das bestätigte Co-Gründer Fabian Scholz dem Magazin FinanceFwd und dem Handelsblatt.

Der Schritt kommt nur Wochen, nachdem das Unternehmen sein Geschäftsmodell gedreht hatte. Ursprünglich hatten die Scholz-Brüder Rubarb – zusammen mit Co-Gründer Kelvin Craig – Ende 2020 als ETF-Sparapp gestartet. Sie sollte der breiten Bevölkerung und vor allem jüngeren Menschen das Investieren erleichtern. Dafür rundete die App beispielsweise Einkäufe auf und investierte die Differenz einmal pro Monat. Außerdem bot sie zusätzliche Sparpläne an. Nach eigenen Angaben habe die App 40.000 aktive Kunden gezählt – zu wenig, um das Geschäft profitabel zu betreiben, wie Fabian Scholz gegenüber FinanceFwd erklärte.

Im März dieses Jahres schwenkten die Scholz-Brüder deshalb auf Krypto um und gründeten das Tochterunternehmen Kudona. Damit wollten sie das Thema Kryptowährungen für den Massenmarkt öffnen. Das Geld ihrer Kunden sollte in Stablecoins investiert und die anschließend verleihen werden – ohne Krypto-Wallet und mit bis zu 3,8 Prozent Zinsen für die Kunden, so das Versprechen. Die Lizenz dafür erhielten sie in Litauen.

Erst im Februar letzte Finanzierungsrunde

Nun ist Rubarb aber das Geld ausgegangen. FinanceFwd zufolge habe sich kein neuer Geldgeber finden können. Und das, obwohl die Scholz-Brüder die Verwandschaft mit dem Bundeskanzler und vorherigen Finanzminister immer wieder zu Marketingzwecken eingesetzt haben. Insgesamt sind laut Handelsblatt 4,8 Millionen Euro in das Startup geflossen – 1,8 Millionen davon erst im Februar dieses Jahres. Nun habe es laut Fabian Scholz aber keine Alternative mehr zur Insolvenzanmeldung gegeben.

Das aktuell maue Investitionsklima und der Krypto-Crash dürften zum Absturz beigetragen haben. So hatten auch andere Fintechs zuletzt Probleme. Die österreichische Kryptobörse Bitpanda beispielsweise musste kürzlich hunderte Angestellte entlassen und bei der Krypto-Bank Nuri bangen Anleger aktuell um ihr Geld. Dieses Problem gebe es bei Kudona bisher nicht, so FinanceFwd. Die Kundengelder lägen Fabean Scholz zufolge weiterhin sicher bei der Partnerbank DAB. Unklar hingegen sie die Zukunft der rund 30 Mitarbeiter. Laut dem Handelsblatt könnte die Hälfte von ihnen den Job verlieren.

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