September 28, 2022
“Bullet Train” im Kino: Brad Pitts schönste Entgleisung

“Bullet Train”, im Kino seit 4. August – mit Brad Pitt, Aaron Taylor-Johnson, Bryan Tyree Henry, Joey King, Hiroyuki Sanada, Bad Bunny, Michael Shannon, Sandra Bullock, Regie: David Leitch

Wer kennt es nicht? Im Ruhebereich des ICEs sabbelt irgendjemand in seine Freisprecheinrichtung oder jemand liest seinem Kind aus einem Buch vor. Eigentlich nicht schlimm, aber irgendjemand im Abteil wird sich finden, der diese Leute maßregelt. Genauso widerfährt es Brad Pitt in seiner Rolle des Auftragskillers Ladybug mitten in einem Kampf mit einem anderen Killer – im Ruhebereich des Shinkansen, jenen japanischen Hochgeschwindigkeitszügen, die auch als Bullet Train bezeichnet werden. Nachdem jemand also die beiden Killer tadelt, kämpfen sie leise weiter. Ja, das ist albern. Brad Pitt gelingt es allerdings, aus Albernheiten wie diesen “Bullet Train” zu einem Film zu machen, der als Komödie besser funktioniert als ein Action-Film. (Lesen Sie auch: Mystery Man: Brad Pitt im exklusiven GQ Porträt

Worum geht es in “Bullet Train”?

Der Auftrag, den Ladybug in Japan zu erfüllen hat, klingt zunächst einfach. Er soll einen bestimmten Koffer aus einem der Schnellzüge auf dem Weg von Tokio nach Kyoto klauen. Bei den vorläufigen Besitzern des Koffers handelt es sich allerdings ebenfalls um Killer – laut Eigenauskunft um die besten der Welt. Das Duo mit den eher harmlos klingenden Namen Mandarine und Zitrone gerät relativ schnell mit Ladybug aneinander. Zudem stellt sich heraus, dass es auch sonst in dem Schnellzug nur so wimmelt vor Killern und, ja, auch das, Killerinnen. Eine extrem giftige Schlange befindet sich auch an Bord. (Lesen Sie auch: “Purple Hearts”: Darum liegt diesem Netflix-Film gerade die ganze Welt zu Füßen

“Bullet Train” im Kino: Bad Bunny und Brad Pitt machen sich miteinander vertraut 

Scott Garfield

Viel Action, viel Witz, gar kein Sinn – egal  

Wenn es um Hochgeschwindigkeit geht, ist es immer gut, Sandra Bullock bei sich zu haben. Zumindest übers Handy ist sie permanent an Ladybugs Seite und navigiert den leicht verpeilten Killer durch seine Operation. Aber nicht nur an “Speed” erinnert “Bullet Train”, sondern mit der Vielzahl verdächtiger Gestalten an Bord natürlich auch an “Mord im Orient-Express” und an “Snakes on a Plane”. 

Die vielen Referenzen zu anderen Filmen offenbaren eine Schwäche von “Bullet Train”. Obwohl der Zug schnurstracks durch Japans Landschaften donnert, wirkt der Film teilweise so durcheinander und ziellos wie der verwirrte Killer Ladybug selbst. Es ist Brad Pitts komödiantischen Fähigkeiten zu verdanken, wie gut die Situationskomik einzelner Szenen funktioniert. Aber wo der Film insgesamt mit seinem Koffer hinwill, außer nach Kyoto, bleibt das Geheimnis des Regisseurs David Leitch. (Lesen Sie auch: Die 30 besten Netflix-Serien, die Sie laut Kritik gesehen haben müssen

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