October 7, 2022
Börsengang verschoben? Zeit, die Finance-Abteilung topfit zu machen

Die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit bremst auch beim Gang an die Börse aus. Warum Unternehmen die Vorbereitungen auf den Börsengang dennoch nicht hinauszögern sollten.

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Multiple globale Krisen sorgen derzeit auch für massive wirtschaftliche Unsicherheit. Während im Jahr 2021 noch ein Boom von Börsengängen verzeichnet werden konnte, sieht es heute deutlich anders aus. Viele Wachstumsunternehmen verschieben ihren Börsengang – und sollten dabei doch eines nicht tun: Die Vorbereitungen auf diesen wichtigen Schritt ebenfalls verzögern. Jetzt ist die optimale Zeit, die eigenen Finanzprozesse in Ordnung zu bringen.

Große Erfolgsgeschichten wurden unter ähnlichen Umständen geboren, wie wir sie heute erleben. Lego war 2003 fast insolvent, überstand dann die Rezession 2008/2009 und wurde schließlich zu einer der erfolgreichsten Marken der Welt. Ausgabenmanagement-Spezialist Coupa ist selbst gestärkt aus der großen Rezession von 2008 hervorgegangen und hat in der jüngsten Pandemie seine Widerstandsfähigkeit und Agilität bewiesen. Coupa ist börsennotiert und hat viele Unternehmen, darunter Uber und Slack, auf ihrem Weg an die Börse begleitet. In einer aktuellen Umfrage unter schnell wachsenden Unternehmen hat sich Coupa angesehen, wie börsentauglich Finance-Abteilungen heute sind und welche zentralen Aspekte in Bezug auf die Börsenvorbereitung entscheidend sind.


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Wachstum im aktuellen Klima

Mehr als zwei Drittel der deutschen schnell wachsenden Unternehmen haben ihren Börsengang verschoben oder planen, ihn zu verschieben. In Bezug auf ihre Ergebnisse sind die Unternehmen dennoch optimistisch: Fast die Hälfte (49 Prozent) erwartet in den nächsten zwei Jahren ein Umsatzwachstum von mindestens 30 Prozent. Der Erfolg bedeutet nicht, dass alle Unternehmen schon fit für die Börse sind: Die Coupa-Studie zeigt, dass eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen noch nicht die richtigen Technologien, Prozesse und Mitarbeiter für einen erfolgreichen Börsengang aufgebaut haben. Die gewonnene Zeit sollte nun genutzt werden, um sich besser vorzubereiten.

Das Finanz-Back-Office modernisieren

Eines der wichtigsten Instrumente für jedes Unternehmen, das sich auf steigende Anforderungen in Bezug auf Betrieb und Berichterstattung sowie auf Anforderungen von Investoren und Aufsichtsbehörden einstellen muss, sind Back-End-Finanzsysteme, die eine „Single Source of Truth“ bieten. Sie schaffen Vertrauen in die Finanzabläufe und die Einhaltung der Vorschriften, bevor das Unternehmen an die Börse geht oder zusätzliche Mittel aufnimmt. Zudem erleichtert es gleichzeitig die Arbeit als öffentliches Unternehmen.

Fast drei von vier (72 Prozent) wachstumsstarken Unternehmen erkennen, dass ihre Finanzprozesse nicht robust und skalierbar genug sind, um ihre Wachstumspläne zu unterstützen. Besonderes Augenmerk muss vor allem auf drei Schlüsselbereiche gelegt werden: effektivere Finanzteams, Vereinheitlichung unterschiedlicher Systeme und Verbesserung kritischer Prozesse und Infrastrukturen für die Vorbereitung auf den Börsengang.

1. Effektivere Finanzteams

Unternehmen, die einen Börsengang anstreben, müssen ihre Finanzen fest im Griff haben, doch nur 51 Prozent der deutschen Finanzverantwortlichen können auf Ausgabe- und Finanzdaten in Echtzeit zugreifen. Mehrere Faktoren tragen zu diesem Problem bei, darunter Finanzprozesse, die immer noch manuell abgewickelt werden. Laut Umfrage werden Prozesse wie die Beschaffung (63 Prozent), Cash Management (61 Prozent), Lieferantenmanagement (55 Prozent), Rechnungsstellung (51 Prozent) und Zahlungen (40 Prozent) immer noch teilweise oder vollständig manuell erledigt. Dies kann nicht nur zu Fehlern führen und den Arbeits- und Zeitaufwand des Finanzteams erhöhen, sondern verhindert auch, dass die einzelnen Prozesse oder Systeme integriert werden und miteinander „sprechen“.

2. Vereinheitlichung unterschiedlicher Systeme

Ein weiteres Schlüsselelement, um die Vorteile von Echtzeitfinanzdaten zu nutzen, ist die Sicherstellung, dass diese Daten nicht im gesamten Unternehmen in abgeschotteten Abteilungen oder in veralteten Systemen verstreut sind. Die Untersuchung von Coupa ergab, dass 51 Prozent der Mitarbeiter mehrere Systeme benötigen, nur um ihren Kassenbestand zu verwalten, wobei 15 Prozent sich dazu in mindestens vier verschiedene Systeme einloggen müssen. Eine einzige, einheitliche Plattform, die auf die Integration von Finanzsystemen und -daten spezialisiert ist, kann sofortige Wirkung zeigen und sollte bei der Modernisierung des Back-Office eines jeden Unternehmens Priorität sein.

3. Bereitschaft zum IPO auf der letzten Meile

Finanzverantwortliche arbeiten immer noch an der Erweiterung der wichtigsten Finanzfunktionen für die letzte Meile, um die Ambitionen ihres Unternehmens zu unterstützen. Die wichtigste Aufgabe ist laut Umfrage die Verbesserung der Risikomanagementprozesse und -kontrollen zur Minderung finanzieller Risiken. Aber auch die Kontrollen über die Finanzen zum Schutz der Stakeholder und zur Verhinderung von Veruntreuungen sind zentral. Ohne wirksame Kontrollen in diesen Bereichen riskieren die Unternehmen schwerwiegende Probleme. Investoren wollen nicht nur sicherstellen, dass diese Maßnahmen vorhanden sind, sondern auch, dass sie greifen.

Systeme und Prozesse sind zweifellos sehr wichtig, doch darf man bei einem Börsengang die Menschen, die das Unternehmen leiten, nicht außer Acht lassen. Ein Börsengang erfordert eine Fülle von Fachkenntnissen über das Unternehmen, die Branche und das IPO-Verfahren, sodass ein engagiertes Team erfahrener Finanzexperten das Unternehmen leiten und beraten muss. Mehr als 70 Prozent der deutschen Unternehmen sind erst noch dabei, dieses Team aufzubauen.

Ein vorsichtig optimistischer Weg nach vorn

Phasen schnellen Wachstums oder vor dem Börsengang sind immer eine Belastungsprobe und ein Marktumfeld wie das aktuelle macht nichts einfacher. Vorsicht ist geboten, aber sie sollten die Pläne eines Unternehmens nicht völlig ausbremsen. Finanzteams können in diesen Stürmen als Anker dienen, indem sie Echtzeittransparenz bieten und damit dem Management die Entscheidungen erleichtern. Finanzteams mit vollständiger finanzieller Transparenz und Kontrolle helfen ihrem Unternehmen, effektiver zu arbeiten und gleichzeitig besser auf einen Börsengang vorbereitet zu sein. Für Unternehmen, die ihren Börsengang verschieben, und solche, die sich angesichts des zunehmenden makroökonomischen Drucks mehr auf die Margen konzentrieren, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Back-Office-Funktionen zu digitalisieren.


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