September 28, 2022
Berliner Krypto-Fintech Nuri schlittert in die Insolvenz
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Berliner Krypto-Fintech Nuri schlittert in die Insolvenz

  • Profielfoto Daniel Hüfner

Die Krise beim Berliner Fintech Nuri erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt: Das Unternehmen hat ein Insolvenzverfahren eröffnet. Aufgeben wollen die Gründer jedoch nicht.

Das Führungsteam von Nuri mit CEO Kristina Walcker-Mayer in der Mitte.

Das Führungsteam von Nuri mit CEO Kristina Walcker-Mayer in der Mitte.

Nuri

Die Berliner Kryptobank Nuri hat Insolvenz angemeldet. Das berichteten die Portale T3n und Finance Forward am Dienstag übereinstimmend. Das Unternehmen hat den Schritt inzwischen bestätigt. Ein Eintrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist ebenfalls öffentlich im Register einsehbar. Neben den Nachwirkungen der Corona-Pandemie und wirtschaftlichen wie politischen Unsicherheiten habe vor allem der „erhebliche Abverkauf von Kryptowährungen“ den Schritt nötig gemacht, teilte Nuri mit. Man wolle nun ein „langfristiges und tragfähiges Sanierungskonzept“ entwickeln. Der Betrieb werde zunächst weitergeführt.

Viele der knapp 500.000 Kunden des Fintechs dürfte die Nachricht nicht überraschen. Der Ernstfall hatte sich bereits angebahnt. Seit Monaten befand sich das Fintech in Finanzierungsschwierigkeiten, suchte händeringend nach neuen Geldgebern. Am Montag spitzte sich die Lage weiter zu. Gespräche mit Investoren sollen sich bis zuletzt schwierig gestaltet haben, wie das Handelsblatt unter Berufung auf Personen aus dem Unternehmensumfeld berichtete. Die Verhandlungen sind nun wohl endgültig geplatzt.

Massenentlassungen vor wenigen Wochen

Nuri hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 2015 unter dem Namen Bitwala gegründet, bietet das Fintech eine App für den Handel von Kryptowährungen an. Zudem erhalten Nutzer ein Konto mitsamt Bankkarte, die zum Bezahlen etwa in Geschäften verwendet werden kann. Der langjährige Hype um Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum sorgte bei Nuri für regen Zulauf. Mit Kristina Walcker-Mayer hat die Kryptobank seit eineinhalb Jahren zudem eine profilierte Fintech-Expertin an der Spitze – das Gesicht der Firma.

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Im Frühjahr nahm die Krise bei Nuri jedoch ihren Anfang. Mit Beginn des Ukraine-Krieges waren die Aktienmärkte weltweit tief ins Minus gerutscht. Vor allem Tech-Aktien waren betroffen. Wenig später verloren Anleger auch das Vertrauen in Kryptowährungen. Massive Kursverluste waren die Folge. Das belastete zunehmend auch das Geschäft von Nuri. Im Juni strich das Fintech sein Personal zusammen, kündigte 45 seiner damals rund 200 Angestellten. Doch es folgten weitere Hiobsbotschaften.

Nuri-Partner friert Kundengelder ein

Mitte Juni wurde bekannt, dass der US-Krypto-Anbieter Celsius Networks alle Auszahlungen gestoppt hat. Davon waren auch Kunden von Nuri betroffen. Celsius ist der zentrale Partner des sogenannten „Bitcoin Ertragskonto“, mit dem das Berliner Fintech seit letzten Jahr um Kunden wirbt. Das US-Unternehmen hatte bereits vor einigen Wochen Insolvenz angemeldet.

Immerhin: Um ihre Krypto-Vermögen müssen Nuri-Kunden wohl nicht fürchten. Alle Guthaben auf den Bankkonten – in Fiat- und Krypto-Währungen – seien gesichert, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens weiter. Auch die App sei „bis auf Weiteres“ verwendbar.

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