September 28, 2022
AMD revidiert: B650-Mainboards doch ohne PCIe-5.0-Pflicht

AMD krempelt seine neue AM5-Plattform für die Desktop-Prozessorbaureihe Ryzen 7000 alias Raphael um. Der Chipsatz B650 Extreme oder kurz B650E ist das, was früher der B650 sein sollte. B650-Mainboards erscheinen wiederum mit niedrigeren Anforderungen.

Konkret heißt das: Die Pflicht für einen per PCI Express 5.0 M.2-Steckplatz zum Einbau einer besonders schnellen NVMe-SSD gibt es nur bei B650E-Mainboards. B650-Modelle hingegen können komplett ohne PCIe-5.0-Support erscheinen, um Kosten unter anderem bei den Signalverstärkern zu sparen. Diese Modelle werden somit günstiger und sollen laut AMD bei 125 US-Dollar starten.

Feature-Übersicht von AMDs AM5-Chipsätzen
Chipsatz X670E X670 B650 Extreme B650
PCIe 5.0 für Grafikkarten verpflichtend optional optional optional / nicht vorgesehen
PCIe 5.0 für SSDs ein M.2-Slot verpflichtend optional / nicht vorgesehen
Overclocking möglich

Andere Unterschiede abseits der PCI-Express-Voraussetzungen gibt es innerhalb der X- und B-Serien nicht. X670E-Mainboards können grundsätzlich die gleichen Anschlüsse bereitstellen wie X670-Modelle und B650E-Mainboards die gleichen wie B650-Platinen. AMD hat sich da einen Kniff einfallen lassen, um Fertigungskosten zu sparen: Zwei B650(E)-Chips ergeben im Verbund einen X670(E)-Chipsatz zur Verdoppelung der Anschlüsse.

Ein mit PCIe 5.0 angebundener x16-Steckplatz für Grafikkarten bleibt bei B650E-Mainboards optional. Hier herrschte Verwirrung, da AMD der Presse gegenüber bei der Ankündigung des B650E-Chipsatzes angegeben hatte, dass entsprechende Mainboards in Sachen PCIe 5.0 die gleichen Anforderungen haben sollen wie die X670E-Modelle aus dem High-End-Segment.

So hätten Interessierte, die nicht alle Anschlüsse und (Overclocking-)Features der X670E-Platinen benötigen, bei allen B650E-Modellen einen garantierten PCIe-5.0-Grafikkartensteckplatz gehabt. Mit der Änderung muss man erst ins Datenblatt schauen, was der Hersteller spezifiziert.

Generell können Hersteller in Hinblick auf den Funktionsumfang vieles selbst entscheiden. So sind etwa Einschränkungen beim Übertakten im Falle günstigerer B650-Mainboards nicht auszuschließen, auch wenn AMD grundsätzlich keinem Chipsatz eine OC-Sperre versieht. Der Oktober wird zeigen, wie die Hersteller ihre Produkte segmentieren – in dem Monat gibt AMD den B650E und B650 frei.

AMD verpflichtet sich derweil, die AM5-Plattform bis mindestens zum Jahr 2025 zu unterstützen. Das entspricht mindestens zwei CPU-Generationen, also Zen 4 (Ryzen 7000) und Zen 5 (wahrscheinlich Ryzen 8000), und mit Glück noch Zen 6. Da AMD derzeit alle 1,5 bis 2 Jahre eine neue CPU-Generation für Desktop-PCs vorstellt, gibt es für Zen-6-Prozessoren auf AM5-Mainboards aber keine Garantie mehr. Zudem sind Nutzerinnen und Nutzer immer auf das Wohlwollen der Mainboard-Hersteller angewiesen, die für neue CPUs BIOS-Updates anbieten müssen.

AMD verpflichtet sich, die AM5-Plattform mindestens bis ins Jahr 2025 zu unterstützen.

(Bild: AMD)

(mma)

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