October 6, 2022
Alphin verspricht mehr Umsatz für Restaurants – Investoren geben Millionen

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Alphin verspricht mehr Umsatz für Restaurants – Investoren geben Millionen

Auch für lokale Geschäfte wird Online-Werbung wichtiger – doch Agenturen sind teuer. Mit automatisiertem Marketing will hier ein Berliner Startup aushelfen.

Wollen mit ihrer Plattform stationären Unternehmen zu mehr Online-Sichtbarkeit verhelfen: Das Alphin-Führungsteam rund um Co-Gründer Lukas Krieger (CPO, 3. v.l.) und Mario Geiß (Co-CEO, 1. v.r.).

Wollen mit ihrer Plattform stationären Unternehmen zu mehr Online-Sichtbarkeit verhelfen: Das Alphin-Führungsteam rund um Co-Gründer Lukas Krieger (CPO, 3. v.l.) und Mario Geiß (Co-CEO, 1. v.r.).

Alphin

Großstädter haben oft mindestens einen davon: den Insider-Tipp. Ein kleines Restaurant um die Ecke beispielsweise, das fantastisches Essen serviert. Für professionelles Marketing fehlt da aber oft das Geld. Abgesehen von zwei oder drei Kundenbildern auf Google, ist es online kaum präsent. Das mag gut für die familiäre Atmosphäre sein, nicht aber für die Sichtbarkeit des Geschäfts.

Solchen lokalen Unternehmen bietet das Berliner Startup Alphin eine Lösung – und hat dafür in einer Finanzierungsrunde nun sechs Millionen Euro eingesammelt, wie Gründerszene vorab exklusiv erfuhr. Professionelles, automatisiertes Online-Marketing für lokale Geschäfte, ohne teure Agenturen: Das hat sich Alphin auf die Fahne geschrieben und konnte damit den Kopenhagener Early-Stage-Fonds Scale Capital sowie das Schweizer Family-Office Wille Finance als Investoren gewinnen. Auch die Bestandsinvestoren HV Capital und Partech stellten weiteres Geld zur Verfügung.

Die Software-Lösungen von Alphin managen für die kleinen Geschäfte beispielsweise teilautomatisiert die Social-Media-Auftritte oder erstellen individuelle Marketingpläne und Werbekampagnen. Alles zugeschnitten auf Ort, Branche und jeweilige Zielgruppe. Auch ein Service zur Verbesserung von Google-Bewertungen oder die Buchung von professionellen Fotografen bietet die Plattform. Eine „holistische Lösung“ soll es sein, wie Co-Gründer und -CEO Mario Geiß Gründerszene erklärt, die Kunden in allen Teilen des Marketingzyklus unterstützt.

Expansion nach Frankreich und Proof of Concept in den USA geplant

Gestartet sind Geiß und seine Mitgründer Steffen Allesch (Co-CEO) und Lukas Krieger (CPO) damit bereits 2017, damals unter dem Namen Freachly. Ursprünglich lag der Fokus auf einer Plattform für lokales Influencer-Marketing. „Das hat gut funktioniert, aber wir haben mit der Zeit gemerkt: Die lokalen Unternehmen brauchen viel mehr, wenn es um Marketing geht“, sagt Geiß. Mittlerweile ist das Influencer-Marketing nur noch ein Modul im Alphin-Portfolio. Kunden zahlen mittlerweile je nach gebuchten Services und geben Geiß zufolge im Schnitt 480 Euro im Monat aus.

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Mit dem frischen Geld aus der Finanzierungsrunde will das Startup unter anderem die Plattform weiterentwickeln. „Wir haben jetzt die Marketing-Automation komplett abgedeckt und für uns ist der nächste Schritt, das Customer Relationship Management weiter auszubauen“, sagt Geiß. Die Seite der Kundenbeziehung also. Dafür will Alphin beispielsweise relevante Buchungs- und Bestellplattformen integrieren und die daraus gewonnen Daten wieder für das Marketing verwenden. Alles datenschutzkonform, wie Geiß betont.

Auch die Expansion steht auf dem Programm. Aktuell zählt Alphin eigenen Angaben zufolge mehr als 1.000 Kunden in Deutschland, Österreich und Großbritannien – etwa 80 Prozent davon aus dem Gastgewerbe. Laut Geiß ist Frankreich ein weiterer wichtiger Markt in Europa: „Frankreich ist super spannend, weil das Land insbesondere im Gastro-Sektor ähnlich aufgebaut ist wie Deutschland“, sagt er. „Das heißt, es gibt sehr viele eigenständige lokale Unternehmen und wenige Ketten.“ Und obwohl Europa zunächst Kernmarkt bleibe, wolle Alphin Ende 2023 auch einen Proof of Concept in den USA erbringen.

Die Gastro lebt

Der Erfolg des Konzepts ist Geiß zufolge messbar. Demnach steigen die Umsätze der Unternehmen innerhalb der ersten drei Monate mit Alphin um 15 bis 20 Prozent. Außerdem sehe man ein deutlich verbessertes Google-Ranking und mehr Aufrufe der Social-Media-Seiten.

Durch den Fokus auf lokale Unternehmen hat die Corona-Pandemie das Startup allerdings hart getroffen. „Wenn dein Gastrobetrieb geschlossenen ist, willst du nicht unbedingt die großen Marketingausgaben haben“, sagt Geiß. Nichtsdestotrotz habe Alphin auch während Corona zwei Drittel des Umsatzes erhalten können. Und auch ein Sterben der Innenstädte sieht Geiß nicht: Gerade das Gastgewerbe sei nach der Pandemie „stark zurückgekommen“, sagt er. Tatsächlich lag der Umsatz der Branche im Mai 2022 nur noch knapp 15 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie. Ein gutes Signal für Geiß. Und er ist sich sicher: „Der Marketing-Bedarf für lokaler Geschäfte wird größer.“

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