September 25, 2022
„2022 und 2023 werden die besten Startup-Jahre“: EQT startet Fonds mit 2,4 Milliarden Euro

Während vielerorts vom Startup-Winter gesprochen wird, glaubt der Investor EQT eher an weniger übertriebene Bewertungen. Und bekommt viel Zuspruch von Fondsinvestoren.

Das Partner-Team von EQT Growth: Marc Brown, Dominik Stein, Carolina Brochado, Johan Svanström und Victor Englesson

Das Partner-Team von EQT Growth: Marc Brown, Dominik Stein, Carolina Brochado, Johan Svanström und Victor Englesson

EQT

Der aus Schweden stammende und europaweit agierende Risikokapitalgeber EQT hat seinen neuen Growth Fonds geschlossen. Das ursprüngliche Zielvolumen von zwei Milliarden wurde dabei überschritten: Mit 2,2 Milliarden an verwaltetem Vermögen und Investitionszusagen im Gesamtwert 2,41 Milliarden Euro handle es sich um die bisher größten europäische Fondsneuauflage, heißt es vom Investor.

Mit 50 Millionen bis 200 Millionen Euro wolle sich EQT pro Investment engagieren, sagt Partner Dominik Stein gegenüber Gründerszene. In Einzelfällen könnten auch bis zu 500 Millionen Euro fließen. EQT investiere dabei vor allem in die Sektoren Enterprise, Con/Prosumer, Gesundheit und Klima. Kern des Investmentansatzes sei, in Unternehmen mit bereits am Markt erprobten Produkten zu investieren und diese bei ihrem nächsten Entwicklungsschritt zu unterstützen. „Wir wollen zum Beispiel beim Zusammenstellen des Boards helfen oder im Bereich M&A. Die meisten Startups haben ja wenig Erfahrung beim Zukauf anderer Unternehmen“, so Stein.

Bereits sieben Investments getätigt

Der Growth-Fonds, der über ein eigenes Team verfügt und dessen Management nach eigenen Konditionen an Fondsgewinnen teilhat („Carry“), hat bereits in sieben Unternehmen investiert, darunter das Fintech Mambu, die B2B-Musikbörse Epidemic Sound oder das Gebrauchtwaren-Startup Vinted. „Im Bereich Sustainability hat Europa zukünftig die große Chance, vor den USA oder Asien die Führung zu übernehmen. Wenn wir als Vergleich auf die Thematik des Datenschutzes blicken, beim Thema DSGVO, ist das bereits geschehen. Da sind hiesige Unternehmen schon sehr viel weiter“, so Stein.

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Dass EQT trotz der gegenwärtigen Unsicherheiten in der Wirtschaft viel Kapital einsammeln konnte, liegt laut Stein am längerfristigen Ausblick. „Die Fondsinvestoren sind total positiv und sehr optimistisch.“ Dennoch habe sich das Investmentklima zuletzt deutlich verändert. „In den letzten Jahren war irrsinnig viel Geld im Markt. Vielen Startups wurden zu hohe Bewertungen angeboten und zu viel Geld.“

„Die Bewertungen werden jetzt viel vernünftiger“

Daher erwartet Stein keine Startup-Krise, sondern eher eine Gesundung des Systems. Denn die Übertreibungen der vergangenen Monate hätten „dazu geführt, dass zu wenig Fokus auf dem Geschäftsmodell, funktionierenden Produkten und Unit Economics lag, und der Blick nur auf Wachstum gerichtet wurde.“ Einen weiteren Faktor sieht er bei Fachkräften. „Der War for Talent hat sich etwas abgeschwächt, was gut ist. Gute Firmen schaffen es aber immer noch, die passenden Leute einzustellen.“

Aus Sicht von EQT gibt sich Partner Stein deshalb betont optimistisch. „Für Investoren wie uns, die über Kapital verfügen, ist das eine positive Entwicklung. Ich erwarte, dass 2022 und 2023 mit die besten Startup-Jahre werden, weil die Bewertungen jetzt viel vernünftiger werden.“

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